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@article{ Moré2013,
 title = {Überantwortete Vergangenheitsbewältigung: zur Bedeutung transgenerationaler Gefühlsvererbung für das Konstrukt und Erleben von Identität},
 author = {Moré, Angela},
 journal = {Psychologie und Gesellschaftskritik},
 number = {4/1},
 pages = {35-59},
 volume = {36/37},
 year = {2013},
 issn = {0170-0537},
 urn = {https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-56572-7},
 abstract = {Seit mehreren Jahrzehnten existiert ein Wissen darüber, dass unbewältigte traumatische Erfahrungen auf die Nachkommen von Traumatisierten Auswirkungen haben und in deren Selbstwahrnehmung Spuren hinterlassen. Insbesondere gilt dies für die häufig nicht bzw. kaum zu bewältigenden Extremtraumatisierungen, die Überlebende der Shoah erlitten haben. Aber auch Nachfahren Gefolterter oder in Bürgerkriegen Misshandelter und von Flüchtlingen finden in sich seelische Spuren der Grauen ihrer Vorfahren, an welchen sie selbst, obwohl nicht von diesen Schicksalen betroffen, leiden. Schließlich sind auch Kinder und Enkel von Folterern, Massenmördern und Kriegsverbrechern vom angerichteten Grauen ihrer Vorfahren unbewusst psychisch beeinflusst. Gemeinsam ist beiden Gruppen von Nachfahren, dass sie ein diffuses Empfinden haben, es gäbe in ihrem Selbsterleben etwas, das nicht zu ihnen selbst gehört, nicht genau fassbare Splitter von fremdartigen, störenden Gefühlen und Gedanken, die sie abzuschütteln versuchen, zu verleugnen und zu ignorieren. Gleichwohl verspüren sie deren Präsenz in sich und sind gezwungen, diese Fremdanteile im Ich zu bewältigen, soll es nicht zu sich verstärkenden Gefühlen der Ichfremdheit und des Selbst- und Fremdhasses kommen, die schlimmsten Falls ausagiert werden und damit die Spirale der wiederholenden Weitergabe in eine neue Drehung versetzen.Since several decades there is some knowledge about the effects of unmastered traumatic experiences on descendants of traumatized people. That these experiences leave their marks in the self awareness of the following generations is mainly true in cases of extreme traumatisation as for example in descendents of Holocaust survivors. But this is also true for descendents of tortured, of maltreated in (civil) wars and of refugees. They find tracks of cruelties their forefathers and foremothers suffered from in their own psyche. Children and grandchildren of torturers, mass murders and war criminals too are unconsciously influenced by cruelties realized by their ancestors. Both groups of descendents have in common an impression of something strange in their self awareness, in their feelings and thoughts which they want to shake off, deny and ignore. Nonetheless they realize the presence of these strange aspects in themselves and feel forced to cope with them to avoid a strengthening feeling of self alienation and of hatred of themselves and others. In worst cases the decline of these inherited experiences of the ancestors could lead to an acting out and stimulate the spiral of repeating transmissions on to a new turn.},
}