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@book{ Nowossadeck2016,
 title = {Pflege und Unterstützung durch Angehörige},
 author = {Nowossadeck, Sonja and Engstler, Heribert and Klaus, Daniela},
 pages = {23},
 volume = {1/2016},
 year = {2016},
 urn = {https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-47091-5},
 abstract = {2,6 Millionen Menschen sind als pflegebedürftig
anerkannt – sehr viel mehr
Hilfsbedürftige
erhalten Unterstützung
durch Angehörige
Die Zahl der Pflegebedürftigen ist zwischen
1999 und 2013 um 30 Prozent gestiegen.
Fast drei Viertel der Pflegebedürftigen werden
zu Hause versorgt. Nicht alle Unterstützungsbedürftigen
beziehen Leistungen aus der
Pflegeversicherung. Schätzungen gehen von
insgesamt 4 bis 5 Millionen Personen aus, die
informelle Unterstützung und Pflege erhalten.
Es gibt zwischen 3 und 5 Millionen private
Pflegepersonen. Die Pflege von Angehörigen
verteilt sich oft auf mehrere Schultern, die
Hauptlast tragen meist weibliche
Familienmitglieder.
Jeder Sechste zwischen 40 und 85 Jahren
unterstützt Angehörige
Regelmäßige Unterstützung wird vor allem
von Personen im jungen Seniorenalter geleistet.
Ein Viertel aller Frauen zwischen 60 und
64 Jahren und ein knappes Fünftel der gleichaltrigen
Männer unterstützt andere aus
Gesundheitsgründen.
Ein Drittel der unterstützenden
Angehörigen leistet Pflege im
engeren
Sinne. Das heißt, 4,5 Prozent der 40-
bis 85- Jährigen erbringen Pflegeleistungen
– privat oder ehrenamtlich.
Über 70-Jährige leisten den höchsten
zeitlichen
Umfang an Unterstützung
Zwar nimmt mit dem Eintritt ins Rentenalter
der Anteil derer ab, die andere unterstützen.
Allerdings steigt im hohen Alter (ab dem 80.
Lebensjahr) der Anteil der Pflegeaufgaben an
der geleisteten Unterstützung. Erbringen Personen
in diesem Alter für andere Hilfe und
Unterstützungsleistungen, so handelt es sich
größtenteils um Pflege. Damit verbunden
steigt im Alter auch der Zeitaufwand der Hilfeleistung:
40- bis 54-Jährige unterstützen im
Durchschnitt 8,1 Stunden pro Woche, 55- bis
69-Jährige 11,8 Stunden und 70- bis 85-Jährige
13,4 Stunden.
Jede dritte Pflegeperson fühlt sich stark oder
sehr stark belastet
Frauen fühlen sich deutlich stärker belastet
(39,2 Prozent) als Männer (20,3 Prozent). In
den höheren Altersgruppen wird eine stärkere
Belastung empfunden als in den jüngeren, was
jedoch in erster Linie auf die Männer zutrifft.
Zwei Drittel der informell Pflegenden unter
65 Jahren sind erwerbstätig
Die Erwerbstätigkeit wird aufgrund der Pflege
oft eingeschränkt. 34 Prozent der bei Pflegebeginn
erwerbstätigen Hauptpflegepersonen
schränken ihren Erwerbsumfang ein, 15 Prozent
geben die Erwerbstätigkeit ganz auf. Das ist
auch Ausdruck für mangelnde Möglichkeiten,
Pflege und Erwerbstätigkeit zu vereinbaren.
Erwerbstätige sehen große Vereinbarkeitsprobleme
zwischen Beruf und Pflege
72 Prozent der Erwerbstätigen schätzen die
derzeitigen Möglichkeiten der Vereinbarkeit
von Beruf und Pflege als eher oder sehr schlecht
ein. Beschäftigte wünschen sich vorrangig
Möglichkeiten, ihre Arbeitszeit oder die Arbeitsgestaltung
im Fall der Pflege flexibler gestalten
zu können. Obwohl die Unternehmen die
Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zunehmend
als bedeutsam erkennen, geben nur 20
Prozent von ihnen an, betriebsinterne Angebote
für pflegende Angehörige zu haben.
Die Zahl der Pflegebedürftigen wird weiter
steigen, das Potenzial an pflegenden Angehörigen
jedoch abnehmen
Bis 2030 sind bis zu 3,5 Millionen Pflegebedürftige
zu erwarten, die für informelle Pflege
verfügbare Zahl von Angehörigen wird dagegen
rückläufig sein. Dafür sorgen Veränderungen
in der demografischen Struktur der Bevölkerung,
aber auch andere Faktoren wie veränderte
Familienstrukturen, größere Wohnentfernungen
zwischen den Generationen und
steigende Erwerbsquoten von Frauen im
mittleren und höheren Erwerbsalter.},
}