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Qualitatives Vorgehen - "Interpretation"

Qualitative procedure - "interpretation"
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Soeffner, Hans-Georg; Hitzler, Ronald

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Please use the following Persistent Identifier (PID) to cite this document:http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-58544

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Abstract Der Beitrag widmet sich dem qualitativen Verfahren der Hermeneutik in den Sozialwissenschaften. Zunächst werden die Unterschiede zwischen Verstehen und Fremdverstehen in Alltag und Wissenschaft dargestellt, um schließlich auf die Besonderheiten des sozialwissenschaftlichen Verstehens einzugehen. "Sozialwissenschaftliches Verstehen soll dazu dienen, gesellschaftliche Wirklichkeit(en) angemessen und stimmig, zuverlässig, gültig und überprüfbar zu rekonstruieren. Sozialwissenschaftliches Verstehen zielt, anders als andere artifizielle Verstehensformen auf die Erkenntnis des Typischen, und zwar sowohl des typischen Handelns als auch des mit diesem zusammenhängenden typischen Wissens, wie schließlich auch des typischen alltäglichen Verstehens. (...) Das hier vorgestellte interpretative Vorgehen ist mithin ein Interaktionsverstehen in grundsätzlicher (zeitlicher) Distanz zum Interaktionsgeschehen selber. D. h., daß das Verstehen des Sozialwissenschaftlers sich nicht auf eine aktuelle, lebendige Umwelt, sondern auf das erfahrungsgesättigte und kompetente Imaginieren einer Mit- oder Vorwelt bezieht. Sein Verstehen geschieht in einer besonderen Einstellung, die sich einerseits auf die allgemeinen Bedingungen und Verfahren sowohl alltäglicher als auch wissenschaftlicher Auslegungen und andererseits auf 'alle Probleme der Vernunft - der Vernunft in allen ihren Sondergestalten richtet'. Das aber impliziert eine Einstellung des prinzipiellen Zweifels an sozialen Selbstverständlichkeiten, eine Einstellung, die man als ,methodischen Skeptizismus' oder, etwas pointiert, auch als 'künstliche Dummheit' bezeichnen könnte. Die herkömmliche sozialwissenschaftliche Forschungspraxis klärt hingegen nicht, zumindest nicht genügend, wie ihr Wissen und Erkenntnis über die Lebenswelt des Anderen überhaupt möglich ist. Die herkömmliche Forschungspraxis setzt vielmehr ihre Gegenstände, ohne Rechenschaft darüber zu geben, wie sie sich konstituieren. Sie perpetuiert somit unreflektiert den 'gesunden Menschenverstand' des Alltags im sogenannten 'Fachverstand' der Sozialwissenschaften. Der Unterschied zwischen 'verstehenden' und 'nichtverstehenden' Verfahren besteht demnach also keineswegs darin, daß es die letzteren mit 'nackten Tatsachen' zu tun hätten, sondern eher darin, wie reflektiert bzw. unreflektiert von Beginn an die einzelnen Deutungsschritte absolviert werden." (FR2)
Keywords qualitative method; social science; understanding; hermeneutics; interpretation; text; action; interpretation; social construction
Classification Methods and Techniques of Data Collection and Data Analysis, Statistical Methods, Computer Methods; General Sociology, Basic Research, General Concepts and History of Sociology, Sociological Theories; Sociology of Knowledge
Method basic research; development of methods
Free Keywords Qualitative Forschung; Interaktionssinn
Collection Title Methodologische Grundlagen der Psychologie
Editor Herrmann, Theo; Tack, Werner H.
Document language German
Publication Year 1994
Publisher Hogrefe
City Göttingen u.a.
Page/Pages p. 98-136
Series Enzyklopädie der Psychologie : Forschungmethoden der Psychologie, Bd. 1
ISBN 3-8017-0522-6
Status Published Version; reviewed
Licence Deposit Licence - No Redistribution, No Modifications
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