Export für Ihre Literaturverwaltung

Übernahme per Copy & Paste
Bibtex-Export
Endnote-Export

       

Weiterempfehlen

Bookmark and Share


Mundane Reflexivität : zur Verständigung mit und über Alfred Schütz

Mundane reflectivity: communication with and on Alfred Schuetz
[Zeitschriftenartikel]

Hitzler, Ronald

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-55522

Weitere Angaben:
Abstract The probably most important reference frame of understanding sociology - as practised nowadays - is in itself not a sociological approach but a protosociological descriptive method. This means mundane phenomenology, as developed by Alfred Schütz and - in succession - by Thomas Luckmann. Thematically Schütz works out 'understanding' in three respects: Firstly, in constructive discussion with Max Weber's work as an epistemological problem; secondly, with recourse to a general human ability as an everyday phenomenon; and thirdly, in the sense of idealtypical 'second-order' constructions as a method of social science. According to Schütz the problem of understanding the other as alter ego can only be solved in an innerworldly, mundane way: by distinguishing the invariant structures of everyday life-worlds underlying all concrete forms of subjective experience. In this way mundane phenomenology provides a universal matrix which allows an ideal comparability within heterogeneous sociological research. At the same time it creates an epistemological basis as to analyse social constructions of reality.

In dem Beitrag wird aufgezeigt und nachvollzogen, daß jedes Verstehen auf die faktische Sozialität des Menschen rekurriert und daß bestimmte Weisen des Verstehens soziologische Einsichten einbeziehen. Aus den verschiedenen theoretischen Ansätzen, die das Phänomen des Verstehens erklären, wird die Welt-Phänomenologie von Alfred Schütz herausgegriffen und näher betrachtet. Um die Bedeutung von Schützes Ansatz zu begründen wird seine Theorie des Verstehens als epistemologisches Problem dargestellt. Dabei wird Verstehen definiert als jenen Vorgang, der einer Erfahrung Sinn verleiht. Vor diesem Hintergrund wird das erkenntnistheoretische Problem des Fremdverstehens erörtert, wobei als Fremdverstehen jener Vorgang bezeichnet wird, bei dem einer Erfahrung der Sinn verliehen wird, daß sie sich auf ein Ereignis in der Welt bezieht, dem ein alter ego bereits einen Sinn verliehen hat. Das führt zu Schützes Verständnis von Verstehen als alltäglichem Phänomen. Dann wird Verstehen als sozialwissenschaftliche Methode untersucht. Dabei wird sozialwissenschaftliches Verstehen als eine Kunstlehre gesehen, eine artifizielle Methode, die dazu dient, gesellschaftliche Wirklichkeit zu rekonstruieren. Der Zusammenhang zwischen dem Prinzip des Fremdverstehens und der alltäglichen Lebenswelt wird hergestellt, indem die Grundstrukturen der Lebenswelt erörtert werden. Aus phänomenologischer und soziologischer Sicht werden abschließend Funktion und Bedeutung der Mundanphänomenologie diskutiert. Es wird deutlich gemacht, daß sie gegenwärtig den ambitioniertesten Ansatz zur erkenntnistheoretischen Grundlegung einer verstehenden Soziologie darstellt. (RW)
Thesaurusschlagwörter Schütz, A.; interpretative sociology; phenomenology; epistemology; everyday life; research; lebenswelt; method; understanding
Klassifikation Wissenschaftstheorie, Wissenschaftsphilosophie, Wissenschaftslogik, Ethik der Sozialwissenschaften; Generelle Theorien der Sozialwissenschaften
Methode Grundlagenforschung; wissenschaftstheoretisch
Freie Schlagwörter T. Luckmann
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 1987
Seitenangabe S. 143-161
Zeitschriftentitel Sociologia Internationalis, 25 (1987) 2
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
top