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Zwischen Sowjeterbe und Globalisierung : grundlegende Merkmale und aktuelle Tendenzen regionaler Entwicklungen in Russland

Between Soviet legacy and globalisation : fundamental characteristics and current tendencies of regional developments in Russia
[Zeitschriftenartikel]

Perović, Jeronim

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-48124-8

Weitere Angaben:
Abstract An Darstellungen zu einzelnen Aspekten des Regionalismus in Russland fehlt es in der wissenschaftlichen Literatur nicht. Über das Gesamtphänomen scheint aber noch immer wenig Klarheit zu bestehen. Dies zeigte sich unlängst wieder in den widersprüchlichen Urteilen über die föderalen Reformen, die Wladimir Putin Anfang 2000 einleitete. Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen die Fragen, von welchen Kräften der Regionalisierungsprozess in Russland angetrieben wird, welches die spezifischen Merkmale des russischen Regionalismus sind und in welche Richtung sich die regionalen Prozesse unter Putin entwickeln. Der Autor des Beitrags argumentiert, dass Russlands Regionalisierung Teil des allgemeinen Transformationsprozesses ist, der seit Anfang der 1990er Jahre einer zweifachen Herausforderung unterworfen ist: dem sowjetischen Erbe einerseits und den Einflüssen des internationalen und transnationalen Umfeldes andererseits. Die Regionalisierung der Jelzin-Zeit wurde zwar durch den föderativen Aufbau des Staates institutionell gestützt, doch basierte das regionale System wie es sich in den 1990 Jahre herausbildete, weitgehend auf denselben Strukturen und wies dieselben Eigenschaften auf wie der in Sowjetzeiten herangewachsene „Regionalismus“; nämlich auf einem in hohem Masse informellen und personalisierten System von Macht- und Austauschbeziehungen zwischen den Akteuren des Zentrums und der Regionen und einem auf Machtmonopolisierung angelegten politischen System innerhalb der Regionen. In diesem Zusammenhang ist die eigentliche Bedeutung der putinschen föderalen Reformen darin zu sehen, dass eine Reihe von Mängeln dieses im Kern sowjetischen Systems offen gelegt und angefochten wurden. Somit lassen sich die putinschen föderalen Reformen – etwa die Bestrebungen zur Zurückdrängung des regionalen Einflusses in der nationalen Politik oder die Bemühungen um eine Harmonisierung des russländischen Rechtsraumes – nicht nur als eine rein administrative Massnahme zur Stärkung der zentralstaatlichen Macht und Kontrolle und zur besseren Regierbarkeit Russlands lesen, sondern auch als Versuch, dieses regionale System, das als hinderlich für Russlands Mode rnisierung empfunden wird, zu beseitigen, um damit die Bedingungen für Russlands Integration in globalwirtschaftliche Strukturen und Zusammenhänge zu verbessern. Dass Russland in diese Richtung steuert, wird unterstützt von so vielfältigen Entwicklungen wie der Pluralisierung der regionalen Akteurslandschaft, der Stärkung der lokalen Selbstverwaltung oder dem Vordringen nationaler Grossunternehmen in die russländischen Regionen – Entwicklungen, die allerdings eher Begleiterscheinungen denn eigentliche Ziele der putinschen föderalen Reformen darstellen.

There is no lack of descriptions concerning in dividual aspects of regionalism in Russia in academic literature. However, there does not app ear to be much clarity concerning the overall phenomenon. This was manifest once more recently in the contradictory opinions concerning Federal reforms, which Vladimir Putin initiated at the start of 2000. This article centres on the questions of which forces are pushing forward the process of regionalism in Russia, what are the specific characteristics of Russian regionalism and in which direction the regional processes are developing under Putin. The author of this article argues that Russian regionalism is part of the general transformation process, which has faced a two-fold challenge since the start of the nineteen nineties: the Soviet legacy on the one hand and the influences of an international and transnational environment on the other hand. Although regionalism was supported institutionally during the Jelzin era by the Federal structure of the state, the regional system as it was manifest during the nineteen nineties was founded essentially on the same structures and had the same characteristics as the “regionalism” found during the Soviet era, these being a highly informal and personalised system of power and exchange networks between the protagonists in the centre and the regions and a political system within the regions that was based on the monopolisation of power. In this context, the main significance of the Federal reforms under Putin should be seen as being that a series of shortcomings in this essentially Soviet system were revealed and challenged. Therefore, the federal reforms under Putin – for instance, the efforts to repel the regional influence in national politics or the attempts to harmonise the legal framework throughout Russia – should not be seen solely as administrative measures to strengthen the central power and control mechanisms of the state in order to make Russia more governable, but instead also as the attempt to do away with this regional system, which is seen as obstructive for Russian modernisation. This would improve the conditions for integrating Russia within the structures and contexts of the global economy. Extremely varied developments such as the pluralisation of the regional protagonists, strengthening of local autonomy or the spread of large Russian companies in the regions support Russia’s drift in this direction. However, these developments are more side effects of the federal reforms under Putin than their main objectives.
Thesaurusschlagwörter Russia; regionalization; regional development; federalism; transformation; reform; regionalism; political reform; political administrative system
Klassifikation Staat, staatliche Organisationsformen; Raumplanung und Regionalforschung
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2003
Seitenangabe S. 81-92
Zeitschriftentitel Europa Regional, 11 (2003) 2
ISSN 0943-7142
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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