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Südliches Oberrheingebiet - ein grenzüberschreitender Lebensraum?: zur transnationalen Freizeitmobilität zwischen Baden und dem Elsass

Southern Upper Rhine region - a cross-border habitat?: on the transnational, recreational mobility between Baden and Alsace
[Zeitschriftenartikel]

Michna, Rudolf

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-48079-9

Weitere Angaben:
Abstract Im Zuge der europäischen Integration verloren die Grenzen sukzessiv ihre Rolle als Barrieren. Markante Etappen waren das Schengener Abkommen und die Einführung des Euro. Neben den Arbeitsmigrationen stellt der Freizeitverkehr als eine weite Teile der Bevölkerung betreffende Aktivität ein wichtiger Indikator für die grenzüberschreitenden Verflechtungen dar. Er erreicht an den "einseitigen" Feiertagen sein höchstes Volumen wie an den Zählstellen des motorisierten grenzüberschreitenden Verkehrs regelmäßig registriert wird. Mehrfache Befragungen, die seit 1999 auf beiden Rheinufern durchgeführt wurden, bestätigen, dass der Ausflugsverkehr vor dem Einkauf den wichtigsten Grund für den Grenzübertritt bildet. In Bezug auf die Frequentierung der beiden Rheinseiten herrscht beim Ausflugsverkehr allerdings eine Asymmetrie: Die Badener fahren häufiger ins Nachbarland als die Elsässer. Laut einer 1999 durchgeführten Umfrage waren 11,6% der Elsässer noch nie auf der deutschen Rheinseite, während nur 6,4% der Badener und Südpfälzer noch nie das Elsass besucht hatten. Der geringeren Beteiligungsquote steht jedoch im Elsass eine höhere individuelle Frequenz der Grenzübertritte gegenüber. Die ausländischen Nachbargebiete sind überwiegend Ziel von Tagesausflügen, nur 6% der Elsässer und 15% der Badener hatten 2003 die Absicht, dort zu übernachten. Bei den Grenzübertritten entfällt ein hoher Anteil auf Koppelungsaktivitäten, z. B. werden Naherholung, Einkauf und Gastronomie- oder Verwandten-/Bekanntenbesuch verknüpft. Nur bei den Fahrten über kurze Strecken handelt es sich in der Regel um monofinale Grenzübertritte. Der Ausflugsverkehr, dessen Radius erheblich über dem der Arbeitsmigrationen und der reinen Einkaufsfahrten liegt, weist eine starke Saisonalität auf. Im Winter zeigt sich ein starker Rückgang des Aufkommens, das zum weit überwiegenden Teil von den Einkaufsfahrten bestimmt wird. Die auf kulturellem Austausch basierende Freizeitmobilität beschränkt sich auf einen kleinen Teilnehmerkreis, der sich vorwiegend aus der sozialen Elite rekrutiert. Das Einzugsgebiet von Sportveranstaltungen ist strikt auf das nationale Territorium begrenzt. Die Grenzübertritte in der Freizeit finden überwiegend gemeinsam mit der Familie bzw. Freunden oder Bekannten statt. Bei der Verkehrsmittelwahl steht der Pkw mit ca. 80% klar an der Spitze, was indirekt teilweise auch mit dem Mangel an Alternativen im grenzüberschreitenden ÖPNV zusammenhängen dürfte. In Bezug auf die Kenntnis der Nachbarsprache lagen die Elsässer deutlich vor den Badenern. Die Häufigkeit des Grenzübertritts ist nicht von der Einkommens höhe abhängig, sondern von der jeweiligen Haltung zur Öffnung der Grenze und dem Verhältn is zum bzw. dem Fremdbild des Nachbarn. Bei einer relativ kleinen Zahl von Bewohnern des Oberrheingebietes trägt die Beteiligung am grenzüberschreitenden Freizeitverkehr zur Schaffung eines transnationalen erlebten Raumes bei. (Autorenreferat)

Within the framework of European integration, the borders successively lost their significance as barriers. Striking benchmarks in this context were the Schengen Agreement and the introduction of the Euro money. In addition to migration of labour, recreational movement is an activity relating to broad swaths of the population and is an important indicator for the cross-border ties. It is at its highest volume on the "former" public holidays, as registered regularly at the counting points of motorised, cross-border traffic. Multiple surveys, conducted on both banks of the Rhine since 1999, confirm that the excursion traffic is the most important reason for crossing the border, even more so than shopping. However, there is asymmetry with regard to the frequenting of both sides of the Rhine for excursions: People from Baden visit the neighbouring country more often than the Alsa tians. According to a survey conducted in 1999, 11,6% of the Alsatians had never visited the German side of the Rhine, whereas only 6,4% of the Baden and southern Palatinate population had never been to Alsace. However, the lower participation rate is faced with a greater individual frequency of cross-border traffic on the part of the Alsatians. The neighbouring, foreign regions are mainly the destination for day trips; only 6% of the Alsatians and 15% of the Baden population intended to spend the night there in 2003. A high proportion of the border crossings take s place within the framework of coupled activities, e.g. local recreation, shopping or gastronomy are linked with visiting family or friends. Mono-final border crossings only generally take place if the distance is short. Excursions that significantly exceed the ra dius of working and shopping migration have a strong seasonal character. There is a substantia l drop in volume in winter, determined in the far greater part by the shopping trips. The recreational mobility based on cultural exchange is restricted to a small group of participants, recruited mainly from the social elite. The catchment area for sporting events is strictly restricted to national territories. Border crossings in free time are mainly conducted with the family or with friends and acquaintances. In terms of the selection of transport means, cars clearly come first, accounting for approx. 80% of the traffic, which is doubtless linked partially to the lack of alternatives in local public transport. In terms of familiarity with the neighbouring language, Alsatians were clearly ahead of the Baden population. The frequency of border crossings is not dependent on income levels, but instead to the respective attitudes towards the open borders and the relationship with or the appreciation of the neighbours as foreigners. In a relatively small group of the population in the Upper Rhine area, participation in the cross-border, recreational traffic contributes to the experience of a transnational region. (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter France; Federal Republic of Germany; Alsace; Baden; border region; mobility; regional mobility; leisure time behavior; recreational traffic; cross-border cooperation; regional development; cooperation
Klassifikation Raumplanung und Regionalforschung; Freizeitforschung, Freizeitsoziologie
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2006
Seitenangabe S. 80-91
Zeitschriftentitel Europa Regional, 14.2006 (2006) 2
Heftthema Grenzüberschreitende Entwicklung und Kooperation
ISSN 0943-7142
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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