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Neue soziale Bewegungen: Anwälte oder Irrläufer des Projekts der Moderne?

Rucht, Dieter

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(externe Quelle)

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://hdl.handle.net/10419/122440

Weitere Angaben:
Abstract In dem Beitrag wird von folgendem Sachverhalt ausgegangen: Das sozialdemokratische Unternehmen, Politik reformierend zu verstaatlichen, ist vorerst an seine Grenzen gestoßen. Doch nicht nur die Neokonservativen präsentieren sich als bessere Alternative. Als Anwalt einer anderen und besseren Zukunft verstehen sich auch die neuen sozialen Bewegungen. Haben sie Zukunft oder erweisen sie sich als bloße Marktschreier einer wohlfeilen Zivilisationskritik? Ziel des Beitrags ist es, auf diese Frage eine Antwort zu finden. Dabei werden Umwege über ineinander verwobenen Schleifen einer historischen und begrifflichen Vergewisserung gegangen. Dazu werden zunächst die Dimensionen des Modernisierungsprozesses und Orientierungsmarken zur Analsyse sozialen Protests skizziert. Diese generellen Überlegungen zur Analyse sozialer Bewegungen gelten als Orientierungen bei der folgenden Statusbestimmung neuer sozialer Bewegungen. Sie erfolgt in vier Abschnitten: Neue soziale Bewegungen - ein Mythos? Zeitgeschichtliche Modernisierungstrends. Von politischer Apathie zur Protestkultur. Ein Kreuzzug gegen die Moderne. Die Überlegungen lassen sich in der These zusammenfassen, daß die neuen sozialen Bewegungen auf zwei analytisch unterscheidbare Bündel von Ursachen zurückgehen. Auf der Grundlage ökonomischer und politischer Veränderungen haben aufklärerisch-emanzipatorische Ansprüche in den sechziger Jahren eine neue Schubkraft entfaltet und nicht einlösbare Reformerwartungen erzeugt. Fast zeitgleich wurden nicht beabsichtigte und bislang weitgehend verdrängte Folgelasten einer beschleunigten technisch-industriellen Modernisierung gerade von jenen Gruppen aufgegriffen und politisiert, die sich gegenüber den Legitimations- und Sinndefiziten des Spätkapitalismus als besonders sensibel erwiesen haben. Beide Kritikstränge verzahnten und verstärkten sich.
Thesaurusschlagwörter protest; social movement; protest movement; political culture; modernization; Federal Republic of Germany
Klassifikation politische Willensbildung, politische Soziologie, politische Kultur
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 1984
Seitenangabe S. 144-149
Zeitschriftentitel Frankfurter Hefte, 39 (1984) 6
ISSN 0015-9999
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