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Deutsche biomedizinische Forschung: auf beiden Augen geschlechterblind?!

German biomedical research: gender blind on both eyes?!
[Zeitschriftenartikel]

Meister, Anja; Kindler-Röhrborn, Andrea; Pfleiderer, Bettina

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Der Volltext unterliegt einer Embargofrist bis zum 1 Nov. 2017

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-458321

Weitere Angaben:
Abstract Gegenstand dieses Beitrags ist die Integration der Geschlechterperspektive in die biomedizinische Forschung. Es wird der Frage nachgegangen, ob und inwieweit ein Geschlechterbewusstsein, das beiden Geschlechtern (männlichen und weiblichen Individuen) gerecht wird, in den Fachorganisationen der biomedizinischen Forschung, in den Fachgesellschaften, Förderorganisationen und Fachzeitschriften verbreitet ist. Dadurch hat dieser Beitrag auch eine wissenschaftspolitische Bedeutung und Zielsetzung. Wir haben die Situation einer geschlechterdifferenzierenden biomedizinischen Forschung in Deutschland mithilfe einer anonymen Umfrage bei den relevanten Fachorganisationen analysiert. Diese Untersuchung ergab, dass Fachgesellschaften, Förderorganisationen und Fachzeitschriften die Integration der Geschlechterperspektive in die biomedizinische Forschung als wichtig erachten. In der Praxis planen sie jedoch weder gegenwärtig noch in Zukunft eine Änderung der Leitlinien für die Forschenden. Dementsprechend ergab eine Analyse von Veröffentlichungen des vom BMBF geförderten "Nationalen Bernstein Netzwerks Computational Neuroscience", die sich mit neurowissenschaftlichen Studien am Menschen beschäftigten, dass keine geschlechterdifferenzierte Datenauswertung stattfand. Die Begutachtungsrichtlinien für Forschungsanträge und Publikationen der Förderorganisationen und Zeitschriften mit Sitz in Deutschland müssen daher verändert werden. Auf lange Sicht gesehen wird nur eine frühzeitige Integration von geschlechterdifferenzierten Forschungsbefunden in die grundständige Lehre der Medizin und Naturwissenschaften zu einem Umdenken bei den Forschenden führen.

This article focuses on the process of integrating the gender perspective into biomedical research. We aim to investigate the level of sex/ gender awareness in specialist associations, research funding agencies and trade journals. The results of this article thus also have an impact on science policy. The status quo of sex/ gender awareness in these organizations was assessed by means of an anonymous survey. We found that even though integrating sex and gender into biomedical research was claimed to be of importance, none of the organizations surveyed intends to include sex/ gender aspects in its guidel ines and policies - either now or in the future. Accordingly, an analysis of neuroscientific studies of human subjects stemming from research conducted by the National Bernstein Network for Computational Neuroscience, which is funded by the German Federal Ministry of Education and Research, revealed that sex/ gender-differentiated data evaluation was not performed. As a consequence, guidelines for evaluating research grant applications as well as for reviewing papers for publication need to be revised in the German research landscape. In the long run only integrating sex/ gender issues in basic and clinical teaching in medicine and the life sciences will lead to change in medical and biomedical research.
Thesaurusschlagwörter gender; gender role; gender-specific factors; biomedicine; research; science policy; Federal Republic of Germany
Klassifikation Frauen- und Geschlechterforschung; Wissenschaftssoziologie, Wissenschaftsforschung, Technikforschung, Techniksoziologie
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2015
Seitenangabe S. 126-135
Zeitschriftentitel Gender : Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 7 (2015) 3
ISSN 1868-7245
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet (peer reviewed)
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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