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Wenn nicht mehr, wenn nicht härtere Strafen - was dann? : die Modernisierung des deutschen Sanktionensystems und die Befunde der Sanktions- und Rückfallforschung

If not more and harsher punishment - then what else? : modernization of the German penal system and findings on sanctioning and recidivism
[Zeitschriftenartikel]

Spieß, Gerhard

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-441207

Weitere Angaben:
Abstract "Unter dem Einfluss der modernen oder soziologischen Strafrechtsschule hat in Deutschland seit Ende des 19. Jahrhunderts das strafrechtliche Sanktionensystem weitreichende Veränderungen erfahren. Die Begründung staatlichen Strafens durch die behauptete Präventivwirkung setzt Kriminalpolitik wie Sanktionspraxis der empirischen Überprüfung und Kritik aus. Dies begünstigte die Zurückdrängung freiheitsentziehender Strafen sowie den Ausbau informeller Sanktionen (Diversion). Die Varianz der Sanktionspraxis im zeitlichen Längsschnitt sowie im regionalen Querschnitt ermöglicht eine vergleichende Analyse unterschiedlicher Sanktionen anhand von Daten der bundesweiten Rückfallstatistik. Es zeigt sich, dass ein Austausch freiheitsentziehender zugunsten weniger punitiver Sanktionen möglich ist, ohne dass das Rückfallrisiko dadurch erhöht wird. In Bezug auf kriminalpolitische Forderungen nach mehr und härteren Strafen zeigen die Befunde, dass der Übergang zu eingriffsintensiveren strafrechtlichen Reaktionen nicht die Legalbewährung fördert, sondern die Eskalation von Karrieren wiederholter Straffälligkeit und verschärfter Sanktionierung." (Autorenreferat)

"The turn from the classical to the modern or sociological school of penal thought in Germany, at the turn of the 19th to the 20th century, implied the quest to justify penal punishment by its alleged effectiveness on reducing crime. Early statistical evidence of the disastrous outcomes of imprisonment promoted the preference for alternatives to incarceration (suspended sentences, fines) as well as of diversion instead of formal conviction. Nowadays, less than 10% of formal criminal convictions impose unconditional prison or arrest sentences. Recent empirical findings confirm that this replacement did not result in increased, rather in equal or lower recidivism, while punitive measures like youth arrest exacerbate the risks. Getting 'tough on crime' does not pay." (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter Federal Republic of Germany; criminal law; sanction; modernization; relapse; offense; historical development; imprisonment; research; criminal; nineteenth century; twentieth century; death penalty; Great Britain; criminal sociology; punitive damages; official statistics; impact; regional factors; comparative research; adolescent
Klassifikation Kriminalsoziologie, Rechtssoziologie, Kriminologie; soziale Probleme; Sozialgeschichte, historische Sozialforschung
Methode anwendungsorientiert; empirisch; empirisch-quantitativ; historisch
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2013
Seitenangabe S. 87-117
Zeitschriftentitel Soziale Probleme, 24 (2013) 1
Heftthema Zur (Nicht-)Wirkung von Sanktionen: immer härtere Strafen - immer weniger Kriminalität?
ISSN 0939-608X
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet (peer reviewed)
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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