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Kommunikation im Kontext : John. J. Gumperz und die Interaktionale Soziolinguistik

Communication in context : John. J. Gumperz and the interactional sociolinguistics
[Zeitschriftenartikel]

Knoblauch, Hubert

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-39292

Weitere Angaben:
Abstract Die von John J. Gumperz ins Leben gerufene Interaktionale Soziolinguistik ist in der Soziologie bislang ebensowenig rezipiert worden wie ihre Vorläuferin, die Ethnographie der Kommunikation. Deshalb soll gezeigt werden, wie die Untersuchung interkultureller Kommunikation zur entscheidenden Neubestimmung von Konzepten wie Sprachgemeinschaft, Kodewechsel und Diglossie führt; überdies liefert sie - im Sinne einer Hermeneutik des Mißverständnisses - einen wesentlichen Beitrag zur Aufdeckung allgemeiner Strukturen der Kommunikation. Kommunikatives Handeln wird dabei als ein Prozeß der Kontextualisierung verstanden. Verbale und nonverbale Kontextualisierungsschlüssel erlauben den Handelnden, auf Intentionen und Situationen zu schließen. Kommunikatives Handeln wird dabei weniger von sprachlichen Mitteln als von interaktiv etablierten Schemata getragen, die als Konventionen sozialer Netzwerke anzusehen sind. Die noch bestehenden Mängel dieses Zugangs können von parallel laufenden Forschungsanstrengungen kompensiert werden, die insgesamt kaum mehr als Sprachsoziologie bezeichnet werden können. Sie bilden vielmehr eine Soziologie der Kommunikation, d.h. der kommunikativen Vorgänge der Wissensvermittlung.

Interactional sociolinguistics, founded by John J. Gumperz, has been neglected by sociology to the same degree as its predecessor, the ethnography of speaking. It is, therefore, argued that the investigation of multicultural communication results in important redefinitions of categories like code-switching, speech community and diglossia; moreover, interactional sociolinguistics contributes - by way of the hermeneutics of misunderstanding - to the clarification of the general structures of communication. Communication is unterstood as a process of contextualization. Verbal and nonverbal contextualization cues provide the actors with the means to infrer the intentions and situations at stake. Instead of relaying on linguistic signs, communicative action uses interactively established schemes which are conventionalized in certain social networks. The still remaining deficits of interactional sociolinguistics can be compensated for by other traditions of research which, all taken together, should be classified as the sociology of communication, i.e. the communicative processes of the transmission of knowlege, rather than as the sociology of language.
Thesaurusschlagwörter sociolinguistics; interaction; ethnography; intercultural communication; communication; structure; social network; convention; context analysis
Klassifikation Kommunikationssoziologie, Sprachsoziologie, Soziolinguistik
Methode Grundlagenforschung; wissenschaftstheoretisch
Freie Schlagwörter Ethnographie der Kommunikation; interaktionale Soziolinguistik; Bilingualismus, Interaktion; Hermeneutik des Missverständnisses; Kontextualisierung; Gumperz, J.
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 1991
Seitenangabe S. 446-462
Zeitschriftentitel Zeitschrift für Soziologie, 20 (1991) 6
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet (peer reviewed)
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
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