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Saudi-Arabiens salafistischer Bildungsexport radikalisiert Indonesiens Muslime

[Arbeitspapier]

Kovacs, Amanda

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-392089

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber GIGA German Institute of Global and Area Studies - Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien, Institut für Nahost-Studien
Abstract Salafisten, die eine sehr konservative, buchstabengetreue Interpretation des Islam vertreten und die Schia anfeinden, sind nicht nur ein Phänomen im Nahen Osten. Auch in Indonesien nimmt der Druck auf Schiiten und andere religiöse Minderheiten zu. Saudi-Arabien ist der größte islamische Bildungsanbieter weltweit. Die Lehrinhalte propagieren neben dem Salafismus und der Diffamierung anderer Glaubensgemeinschaften ein positives Image des Königreichs und können religiöse Konflikte intensivieren, so auch in Indonesien. Als Langzeitstrategie dient das Bildungsprogramm der globalen Allianzbildung, aber auch der innen- und außenpolitischen Legitimation des saudischen Anspruchs als islamische Führungsmacht. Seit dem demokratischen Wandel im Jahr 1998 wird Indonesien immer wieder von salafistisch motivierter religiöser Diskriminierung und Gewalt erschüttert. Zu den Akteuren in diesen religiösen Konflikten gehören häufig Absolventen der im Jahr 1980 in Jakarta gegründeten saudi-arabischen Hochschule LIPIA. Innenpolitisch nutzt Saudi-Arabien seine Bildungsinstitutionen zur Systemstabilisierung. Seit den 1960er Jahren hat sich Saudi-Arabien zum größten Exporteur islamischer Bildung entwickelt. Besonders seit dem seit dem Jahr 1979 bestehenden Hegemonialkonflikt mit dem Iran hat Saudi-Arabien weltweit Schulen und Universitäten gegründet, die die saudische Bildungstradition lehren. In Jakarta stellt LIPIA einen saudischen Mikrokosmos dar, in dem salafistische Normen und Traditionen gelten. LIPIA dient Saudi-Arabien nicht nur zur Einflussnahme auf die indonesische Gesellschaft, sondern ist ein Tor zur gesamten südostasiatischen Region. Solange die muslimischen Gesellschaften ihre staatlichen Bildungsinstitutionen nicht attraktiver für die eigene Bevölkerung gestalten, wird Raum für saudische Einflussnahme bleiben.
Thesaurusschlagwörter Saudi Arabia; Indonesia; Islam; islamism; religious movement; religious conflict; religious socialization; education; religious policy; educational policy; Middle East; Southeast Asia
Klassifikation politische Willensbildung, politische Soziologie, politische Kultur; Religionssoziologie
Freie Schlagwörter Salafismus
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2014
Erscheinungsort Hamburg
Seitenangabe 8 S.
Schriftenreihe GIGA Focus Nahost, 5
ISSN 1862-3611
Status Veröffentlichungsversion; nicht begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
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