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Populismus, Eliten und Demokratie : eine ideengeschichtlich - politiktheoretische Erkundigung

[Zeitschriftenartikel]

Münkler, Herfried

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-326222

Weitere Angaben:
Abstract "Populismus ist ein Sammelbegriff, in dem unterschiedliche Strategien zur Mobilisierung wie Pazifizierung 'des Volkes' zusammengefasst werden. Gemeinsam ist diesen Strategien, dass die Eliten sich nicht mehr zutrauen, die entstandenen Probleme ohne Beteiligung des Volkes lösen zu können, aber wie diese Beteiligung aussieht, unterscheidet sich von Fall zu Fall. Sie kann zur Entstehung der Demokratie führen (antikes Athen), zur Institutionalisierung des Volkstribunats (antikes Rom), zur Herrschaft Einzelner (Tyrannis), aber auch zu einer bloß sporadischen Beteiligung des Volkes an den politischen Entscheidungen. Generell ist der Populismus gekennzeichnet durch einen antiinstitutionellen und antiprozeduralen Affekt sowie ein starkes Elite- und Avantgardebewusstsein. Vor allem die revolutionären Bewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts haben sich scharf gegen den Populismus abgegrenzt und zu dem überwiegend negativen Begriffsgebrauch beigetragen. Mit welchen Konnotationen der Begriff in Wissenschaft und Publizistik heute verwandt wird, ist im Wesentlichen von der Demokratievorstellung dessen abhängig, der den Begriff verwendet. Dennoch sollte die Politikwissenschaft den Begriff nicht aufgeben, sondern seine Ambivalenzen analytisch nutzen." (Autorenreferat)

"Populism is a collective term summarizing different strategies for the mobilization as well as the pacification 'of the people'. These strategies have in common that the elites no longer trust themselves to be able to solve the emerged problems without the participation of the people. However, the form this participation takes is different from case to case. It can lead to the creation of democracy (ancient Athens), to the institutionalization of the people's tribune (ancient Rome), to the rule of individuals (tyranny) but also to an only sporadic participation of the people in political decisions. Generally, populism is marked by an anti-institutional and anti-procedural affect as well as a strong elitist and avantguard consciousness. Particularly the revolutionary movements of the 19th and 20th century sharply closed themselves off from populism and contributed to the predominantly negative use of the term. Which connotations science and media studies apply to the term nowadays, essentially depends on the idea of democracy of the person using the term. Nonetheless, political science should not abandon the term, but, instead, use its ambivalences analytically." (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter antiquity; historical analysis; revolution; avant-garde; democracy; concept; elite; domination; political elite; Lenin, W.; Marx, K.; middle ages; modern times; Plato; political science; populism; nineteenth century; twentieth century; ambivalence; bourgeois society
Klassifikation Staat, staatliche Organisationsformen; allgemeine Geschichte; Allgemeines, spezielle Theorien und Schulen, Methoden, Entwicklung und Geschichte der Politikwissenschaft
Methode historisch
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2011
Seitenangabe S. 195-219
Zeitschriftentitel Totalitarismus und Demokratie, 8 (2011) 2
Heftthema Populismus: Konzepte und Theorien
ISSN 1612-9008
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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