Mehr von Büchs, Annette

Export für Ihre Literaturverwaltung

Übernahme per Copy & Paste
Bibtex-Export
Endnote-Export

       

Weiterempfehlen

Bookmark and Share


Wahlsieg der Islamisten in Ägypten: der Aufstieg der Muslimbrüder und der Salafisten

[Arbeitspapier]

Büchs, Annette

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-288776

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber GIGA German Institute of Global and Area Studies - Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien, Institut für Nahost-Studien
Abstract Am 23. Januar 2012 tagte zum ersten Mal in der Geschichte der ägyptischen Republik ein frei und fair gewähltes Parlament. Unangefochtener Sieger der vorangegangenen Parlamentswahlen waren die Islamisten. Mit gut 70 Prozent der Stimmen landeten sie einen "Erdrutschsieg", wobei die Freedom and Justice Partei (FJP) der Muslimbruderschaft 47 Prozent und die konservativ-salafistische al-Nur-Partei 24 Prozent der Sitze gewann. Die Parlamentswahlen stellten die erste Etappe in einem Übergangsprozess dar, der vom momentan regierenden Hohen Militärrat geleitet wird. Versprochenes Ziel des Rates ist die Schaffung eines demokratischen Systems und die Machtübergabe an eine zivile Regierung Mitte 2012. Es stellt sich die Frage, wie der Wahlsieg der Islamisten einzuordnen ist und welche Folgen sich daraus für die Entwicklung Ägyptens ergeben können. Unabhängig vom Wahlergebnis sind die Parlamentswahlen aufgrund ihres weitgehend fairen Ablaufs als ein erster Schritt auf dem langen Weg zu einem pluralistischeren System anzusehen. Der Wahlsieg der Islamisten spiegelt eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung wider. Große Teile der Gesellschaft waren bereits vor dem Sturz Mubaraks islamisiert. Auch wurde die "Revolution des 25. Januar" nicht ausschließlich von säkularen Kräften getragen; an der Organisation der Proteste waren vor allem auch junge Islamisten beteiligt. Obwohl die Muslimbrüder als stärkste Kraft aus den Wahlen hervorgegangen sind, hat der Sturz Mubaraks ihre monopolartige Stellung erodiert und eine Auffächerung des islamistischen Spektrums in Gang gebracht. Zwölf neu gegründete islamistische Parteien traten zu den Wahlen an und zum ersten Mal haben die Muslimbrüder nun islamistische Konkurrenz im Parlament. Eine große Koalition der Islamisten im neuen Parlament ist vermutlich unwahrscheinlich. FJP und al-Nur sind eher Konkurrenten um eine potenziell gleiche Anhängerschaft.
Thesaurusschlagwörter Egypt; parliamentary election; election result; democratization; political system; Islam; religion; political change; party; protest; North Africa
Klassifikation politische Willensbildung, politische Soziologie, politische Kultur
Freie Schlagwörter Islamisten; Salafisten; Muslimbrüder
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2012
Erscheinungsort Hamburg
Seitenangabe 8 S.
Schriftenreihe GIGA Focus Nahost, 1
Status Veröffentlichungsversion; nicht begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
top