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Die Konstitutionsfunktion des Krieges: konstitutionstheoretische Zugänge zum Krieg in der deutschen Gegenwartssoziologie

The constitutional function of war: constitution theory access points to war in modern-day German sociology
[Sammelwerksbeitrag]

Spreen, Dierk

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-207963

Weitere Angaben:
Abstract Der Aufsatz geht von der von Hans Joas und anderen konstatierten „Kriegsverdrängung“ in der Soziologie und soziologischen Theorie aus und illustriert dies anhand der ätiologischen Gewaltforschung und der Systemtheorie. Bezüglich letzterer wird argumentiert, dass Luhmann nahe lege, kriegerische Konflikte lediglich als dysfunktionale Momente von Gesellschaft zu betrachten. Neuere Entwicklungen in der Systemtheorie weisen aber auch in andere Richtungen. Die traditionelle Gewaltforschung wiederum betrachtet die zivile Gesellschaft als Normalfall und sieht Gewalt lediglich als Form der Devianz an. Dem soziologischen Mainstream stehen dagegen Ansätze entgegen, die die konstitutive Funktion von Krieg und Gewalt bei der Herstellung sozialer Ordnung analysieren. Diskutiert wird die Soziologie der Gewalt von Trutz von Trotha (Ordnungsformen der Gewalt), das Konzept militärische Subjektkonstitution von Jens Warburg (soldatische Subjekte) und die Bedeutung von Kriegen und mit Kriegen verbundener Erfahrungen für die Konstitution kollektiver Wertideen nach Hans Joas (Entstehung der Werte). Ausgehend von diesen Ansätzen wird ein "diskurs- und erfahrungsorientierter Ansatz" zur soziologisch-empirischen und historisch-vergleichenden Erfassung der Konstitutionsfunktionen des Krieges entwickelt. Demnach können (mindestens) drei Konstitutionsfunktionen unterschieden werden: erstens die Generierung sozialer Moral und kollektiver Werte, zweitens die Steigerung der gesellschaftlichen Produktivität und systemischen Funktionalität und drittens die Sicherung der globalen Zivilgesellschaft. Damit wird deutlich gemacht, dass kriegerische Gewalt keineswegs einfach "im Außen" moderner Gesellschaften zu verorten ist.
Thesaurusschlagwörter war; social function; society; research approach; system theory; violence; research; sociological theory; social structure; conflict; discourse; security; military sociology
Klassifikation Allgemeine Soziologie, Makrosoziologie, spezielle Theorien und Schulen, Entwicklung und Geschichte der Soziologie; Friedens- und Konfliktforschung, Sicherheitspolitik
Methode Grundlagenforschung
Freie Schlagwörter Konstitutionstheorie; Kriegssoziologie; Kriegsdiskurs; diskurs- und erfahrungsorientierte Methode
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Forschungsthema: Militär. Militärische Organisationen im Spannungsfeld von Krieg, Gesellschaft und soldatischen Subjekten
Herausgeber Apelt, Maja
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2010
Verlag VS Verl. für Sozialwiss.
Erscheinungsort Wiesbaden
Seitenangabe S. 49-86
ISBN 978-3-531-17124-1
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
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