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Gesellschaftliche und wissenschaftliche Deutungen von Naturkatastrophen und ihre Folgen für gesellschaftliche Handlungen

Social and scientific interpretations of natural disasters and their consequences for social actions
[Konferenzbeitrag]

Wagner, Klaus

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-155526

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract "Basierend auf der Hazard-Theorie sollen die Deutungsmuster für Naturgefahren (hauptsächlich am Beispiel Hochwasser und Rutschungen) seit dem Mittelalter bis in die Gegenwart analysiert werden. In der Theorie interagieren mit naturwissenschaftlichen Methoden beschreibbare Naturprozesse mit gesellschaftlichen Handlungsmustern, die einerseits in die Naturprozesse anderseits in die Gesellschaft zurückwirken. Die Veränderung der Muster von religiösen, über naturwissenschaftlich/ technische zu gesellschaftlichen Deutungen, wodurch der Begriff der Naturgefahr seine Bedeutung ändert, wird in dem Beitrag auf empirischer Basis dargestellt. Bemerkenswert ist dabei z.B., dass mit Beginn des Ökologiediskurses in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts das Deutungsmuster der 'Rache der Natur' bei Hochwasserkatastrophen vorherrscht. Die Rache Gottes, als dominierendes Deutungsmuster bis Ende des 18. Jahrhunderts wird durch die 'mystische' Natur abgelöst. Ab ca. 1800 spielt die Wissenschaft eine bedeutende Rolle bei der Generierung neuer Erklärungsansätze. Beispiele sind im neunzehnten Jahrhundert das Abholzungsparadigma zur Erklärung von Hochwasserereignissen und im zwanzigsten Jahrhundert der Klimawandel. Die Wirksamkeit dieser wissenschaftlichen Deutungsmuster hängt nicht nur von ihrer logischen Überzeugungskraft ab, sondern auch von zufälligen Häufungen von Naturkatastrophen, die im statistischen Auftreten außergewöhnlicher Wetterlagen begründet sein können. Von Interesse sind auch die gesellschaftlichen Handlungen, die sich abhängig von den Deutungsmustern weg von Bußpredigten über technische Schutzmaßnahmen hin zu einem komplexen Naturgefahrenmanagement entwickeln. Aufgrund der technischen Maßnahmen wurden Jahrhunderte alte Anpassungsstrategien (= Adoptions z.B. Lawinen angepasste Bauweise und Raumnutzung) aufgegeben. Das moderne Gefahrenmanagement besonders in der Antizipation des Deutungsmusters Klimawandel versucht nun, solche Adoptions wieder einzuführen. Die Analyse der Deutungsmuster liefert einen Beitrag zur Erklärung der Grenzziehung zwischen Mensch und Natur, die wiederum das Handeln des Menschen im Bezug auf 'Naturgefahren' beeinflusst." (Autorenreferat)
Thesaurusschlagwörter natural disaster; middle ages; modern times; ecology; nature; eighteenth century; nineteenth century; twentieth century; climate change; environmental consciousness; historical development
Klassifikation Ökologie und Umwelt; allgemeine Geschichte
Methode deskriptive Studie; Dokumentation; historisch; Theorieanwendung
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Die Natur der Gesellschaft: Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2
Herausgeber Rehberg, Karl-Siegbert
Konferenz 33. Kongress "Die Natur der Gesellschaft". Kassel, 2006
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2008
Verlag Campus Verl.
Erscheinungsort Frankfurt am Main
Seitenangabe S. 3616-3627
ISBN 978-3-593-38440-5
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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