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Authentische Gefühle und käufliche Körper : zur Diskussion um Freiwilligkeit am Beispiel von 'sex work'

Authentic feelings and bodies for sale : the discussion concerning voluntariness, using 'sex work' as an example
[Konferenzbeitrag]

Stempfhuber, Martin

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-154338

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract "Die Soziologie der Intimität hat es mit dem Thema der Autonomie an zwei prominenten Stellen zu tun. Zum einen herrscht Einigkeit darüber, dass die moderne Autonomisierung von Intimbeziehungen und ihr damit verbundener Verlust an sozialem Außenhalt die Codierung von Intimität vor eine historisch neue Problemlage stellt. Zum anderen betont vor allem die individualisierungstheoretische Forschung, dass im Zuge dieser Umstellung auf funktionale Differenzierung auch aus der Binnenperspektive der Partner deren jeweiliges autonomes Handeln und Entscheiden zur conditio sine qua non von Intimbeziehungen werden. Historisch lässt sich hier - etwa im Hinblick auf die Eigengründung der Ehe durch autonom Liebende, die Rolle der Entscheidungsfähigkeit der Frau und die Stabilität von Paarbeziehungen - ein früher Fall beobachten, in dem die Bezugnahme auf den autonomen Willen von Personen eine zentrale Rolle für die Herausbildung einer der funktionalen Differenzierung angemessenen Semantik - hier die der romantischen Liebe - begleitet. Augenfällig wird die Wirkmächtigkeit dieser doppelten Normativität der Autonomie im Feld der Intimität insbesondere dann, wenn ihre Rolle prekär zu werden droht. In der aktuellen Debatte über den rechtlichen, politischen und ethischen Umgang mit sex work kommt der Diskursikone der Autonomie eine strukturbildende Funktion zu. Zentral ist auch hier nicht mehr allein die Frage nach der relativen Autonomie eines spezifischen Feldes: 'Geld oder Liebe?' Mehr und mehr treten Fragen nach der Freiwilligkeit, der Verfügungsgewalt über den eigenen Körper und der Autonomie der sex worker selbst in den Mittelpunkt des Interesses. Im Vergleich mit anderen Bereichen des Arbeitsmarkts lässt die Plausibilität dieser Fragen Rückschlüsse auf die (prekäre) Eigendynamik des spezifischen Feldes der Intimität zu. Diskursanalytisch lassen sich darüber hinaus die Naturwüchsigkeit des Konzeptes der Autonomie hinterfragen und seine problematischen und problemlösenden Effekte in einer mehrfach codierten Gesellschaft sichtbar machen." (Autorenreferat)
Thesaurusschlagwörter sociology; sociological theory; intimacy; sexuality; love; coding; individualization; historical development; woman; role; marriage; decision making leeway; functional differentiation; semantics; autonomy; ethics; body; prostitution; labor market; society
Klassifikation Familiensoziologie, Sexualsoziologie; Sozialgeschichte, historische Sozialforschung
Methode Dokumentation; historisch
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Die Natur der Gesellschaft: Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2
Herausgeber Rehberg, Karl-Siegbert
Konferenz 33. Kongress "Die Natur der Gesellschaft". Kassel, 2006
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2008
Verlag Campus Verl.
Erscheinungsort Frankfurt am Main
Seitenangabe S. 5063-5071
ISBN 978-3-593-38440-5
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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