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Die Mensch-Tier-Beziehung in der Kritischen Theorie Horkheimers und Adornos

The human-animal relationship in the critical theory of Horkheimer and Adorno
[Konferenzbeitrag]

Mütherich, Birgit

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-154296

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract "Anders als in internationalen, insbesondere angloamerikanischen Wissenschaftsdiskursen ist die Soziologie der Mensch-Tier-Beziehung bislang im deutschsprachigen Raum noch kaum als eigenständiges Forschungsgebiet wahrnehmbar. Dabei haben gerade deutsche Soziologen wie Theodor Geiger, Gotthard M. Teutsch, und speziell die Begründer der Frankfurter Schule, Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, schon früh in ihren Werken das komplexe Thema und die Implikationen des Verhältnisses zwischen Menschen und Angehörigen anderer Spezies untersucht. In kritischer Reflexion des Jahrtausende alten religiösen Anthropozentrismus, der in fast allen politischen und ideengeschichtlichen Strömungen der Moderne überdauert(e), betonen Horkheimer und Adorno aus materialistischer Sicht die elementaren Gemeinsamkeiten zwischen menschlichen und tierlichen Individuen. Gegen Marx, der in Anlehnung an den cartesischen Dualismus das Tier zur Antithese des (neuen) Menschen stilisiert, und damit dessen Unterwerfung im Rahmen der Naturbeherrschung als Voraussetzung des menschlichen Emanzipationsprozesses postuliert hatte, präsentieren Horkheimer und Adorno eine Betrachtungsperspektive, die der Dialektik von Macht und Ohnmacht, Fremd- und Selbstbild nachspürt. Damit wird die Mensch-Tier-Beziehung in der Kritischen Theorie Teil der Analyse gesellschaftlicher Herrschaftsstrukturen, Gewaltprozesse und Legitimationsschemata: Während Tiere als Angehörige der untersten Stufe der Gesellschaftspyramide konkrete Opfer der industriegesellschaftlichen Verwertungsmaschinerie sind, dient die traditionelle Mensch-Tier-Dichotomie gleichzeitig als symbolische Grundlage für interhumane soziale Differenzierungen. Als Projektionsfläche sozial unerwünschter, 'naturhafter', kulturell tabuisierter oder bedrohlicher Eigenschaften bildet 'das Tier' den Prototyp 'des Anderen', des Primitiven und Unterwerfbaren - Eigenschaften, die auch auf unterschiedliche Menschengruppen übertragbar sind. Mit ihren Analysen bestimmen die kritischen Theoretiker 'das Tier' und die Mensch-Tier-Beziehung unter zivilisations-, herrschafts- und gewalttheoretischen Aspekten als kulturspezifische Erscheinungsformen und gesellschaftliche Konstrukte im Rahmen einer Theorie der Interdependenz von Naturbeherrschung und sozialer Herrschaft." (Autorenreferat)
Thesaurusschlagwörter Adorno, T.; Horkheimer, M.; nature; society; animal; human being; critical theory; social relations; sociology; sociological theory; German-speaking area; Geiger, T.; anthropocentrism; history of ideas; individual; stereotype; self-image; domination; violence; discourse; copyright collective
Klassifikation Generelle Theorien der Sozialwissenschaften; Philosophie, Theologie
Methode Dokumentation; Grundlagenforschung; wissenschaftstheoretisch; normativ
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Die Natur der Gesellschaft: Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2
Herausgeber Rehberg, Karl-Siegbert
Konferenz 33. Kongress "Die Natur der Gesellschaft". Kassel, 2006
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2008
Verlag Campus Verl.
Erscheinungsort Frankfurt am Main
Seitenangabe S. 5105-5115
ISBN 978-3-593-38440-5
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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