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Organisation als natürliche Person? : die Entstehung einer modernen Gebildevorstellung von Organisation in den USA

Organization as a natural person? : creation of a modern object concept of organization in the USA
[Konferenzbeitrag]

Matys, Thomas

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-151255

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract "Das Thema des Vortrages ist die Frage, wie sich die Entstehung und Verbreitung US-amerikanischer Organisationen ('corporations') ab dem 19. Jahrhundert unter Zuhilfenahme einer Semantik vollzog, die die Moderne bis dato auf Menschen bzw. deren Rechte und Handlungen angewendet sah: Organisationen seien als natürliche Personen zu betrachten. Neben Ordnung und Vergemeinschaftung gewinnt somit die Gebilde-Vorstellung von Organisation zunehmend an Forschungsrelevanz. Hieraus werden zwei Fragenkomplexe abgeleitet: a) Welche Argumente und Diskurse - die sich z.T. auch in aktuellen US-amerikanischen Anti-Globalisierungsdebatten wiederfinden - lassen sich in historischen Gründermythen (Akte der 'Inkorporierung', staatlichen Charterungen, Gerichtsurteilen, Akten, Aufzeichnungen, Zeitungsberichten etc.) ausmachen, die die Vorstellung einer Organisation als eigenständigen Akteur ('corporate personhood') begründen, welcher mit denselben Rechten wie eine natürliche Person ausgestattet ist? b) Lassen sich typische Funktionen, Effekte und Regelstrukturen (in Bezug auf bspw. Herrschaft, Ungleichheit, Eigentum, Verantwortungszurechnung u.v.a.m.) aufzeigen, die durch die Verbreitung der Corporations - und damit des Gebilde-Prinzips - Geltung erlangt haben, sprich: institutionalisiert wurden? Begriffe wie 'legal foundations of the modern corporation' (Perrow 2002) oder 'legal revolution' deuten an, dass die angeblich rechtliche Erfindung der corporations bereits bei Soziologen angekommen ist. Und welche besseren empirisch verwertbaren Tatsachen könnte es geben als Streitfälle vor Gericht. So wird eine Menge an Gerichtsfällen als empirisches Material herangezogen, welches neben interessanten Einblicken in die Verstrickung zwischen US-amerikanischer Justiz und den corporations-Vertretern organisationssoziologisch folgende interessante Punkte als Analysegegenstände enthält: Woher stammt die Idee von Organisation als natürlicher Person? Welche Rolle spielt das US-amerikanische Rechtssystem und vor allem die Justiz dabei? Sollte es sich um eine Erfindung des Rechts handeln? Welche organisations-induzierten gesellschaftstheoretischen Folgen und Effekte, die eine bis heute ungeheure Wirkmächtigkeit entfaltet haben, sind in der spannenden historischen Eppoche des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts bereits angelegt (Trennung von Eigentums- und Verfügungsrechten, Akkumulation von Rechten und Kapital, die Erfindung von Organisation als Rolle, Externalisierung von Kosten, Governance, Organisation als Institution und Regierungsdispositiv u.v.a.m.)?" (Autorenreferat)
Thesaurusschlagwörter organizations; United States of America; enterprise; setting up a business; judiciary; law; nineteenth century; twentieth century; North America
Klassifikation Industrie- und Betriebssoziologie, Arbeitssoziologie, industrielle Beziehungen; Organisationssoziologie, Militärsoziologie; Sozialgeschichte, historische Sozialforschung
Methode deskriptive Studie; empirisch; empirisch-qualitativ; historisch
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Die Natur der Gesellschaft: Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2
Herausgeber Rehberg, Karl-Siegbert
Konferenz 33. Kongress "Die Natur der Gesellschaft". Kassel, 2006
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2008
Verlag Campus Verl.
Erscheinungsort Frankfurt am Main
Seitenangabe S. 3208-3221
ISBN 978-3-593-38440-5
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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