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Der Streit um das seelische Leiden und der Aufstieg der Psychotherapie : ein feldbezogener Ansatz

The dispute over mental suffering and the rise of psychotherapy : a field-based approach
[Konferenzbeitrag]

Luzio, Gaia di

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-151235

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract "Der Beitrag beschäftigt sich damit, wie sich in Deutschland mit der Erkenntnis- und Behandlungsmethode der Psychotherapie berufliche Gruppen verschiedener fachlicher Herkunft herausbilden und sich zusammen mit hergebrachten medizinischen Spezialisierungen das Gebiet der Heilung psychischer Krankheit teilen. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt dabei auf Interaktionen zwischen kollektiven Akteuren, insbesondere Krankenkassen, Ministerien und Berufsorganisationen, die sich im Laufe des 20. Jahrhunderts formieren und sich entweder von der Psychotherapie abgrenzen oder ihren Anspruch auf die Kompetenz für die Anwendung der Erkenntnis- und Heilungsmethode artikulieren. Der Beitrag erklärt, warum der Beruf der in Psychologie diplomierten und weiterqualifizierten PsychotherapeutIn aufsteigen und das Heilmonopol des Arztberufs brechen konnte. Es wird argumentiert, dass sich der Aufstieg der PsychotherapeutInnen mit psychologischer Grundausbildung hauptsächlich dem strategischen Handeln ihrer Berufsorganisationen verdankt. Eine wichtige Bedingung bildet in diesem Zusammenhang die zunehmende medizinische Diagnose psychischer Störungen, auf der Feststellungen eines steigenden Bedarfs an Psychotherapie gründen. Hierin macht sich unter anderem das Wechselverhältnis zwischen der Verberuflichung der Psychotherapie und der Expertisierung bestimmter Verhaltens- und Erlebnisweisen bemerkbar. An dem Berufsfeld der Psychotherapie wird beispielhaft gezeigt, wie und mit welchem Erfolg Organisationen wissensbasierter Berufe mit dem Ziel des Kompetenzgewinns bzw. -erhalts strategisch und dabei stets in Bezug auf konkurrierende Berufe handeln, indem sie miteinander und mit Ministerien und Krankenkassen interagieren. Es lassen sich verschiedene Typen beruflicher Strategien unterscheiden: Berufsorganisationen treten mit ihrer eigenen Deutung von Klientenproblemen und ihrer eigenen Methode zur Problemlösung an die Öffentlichkeit und an den Gesetzgeber heran und reklamieren ihre fachliche Kompetenz. Eine weitere Strategie, nämlich die der Monopolisierung, besteht darin, dass Berufe nach einem Tätigkeitsschutz bzw. der Bewahrung ihrer Alleinzuständigkeit streben. Sie bemühen sich schließlich auch strategisch darum, den Einfluss anderer Berufe auf den eigenen Beruf aufzuheben; sind sie selbst dominant, bemühen sie sich darum, ihren Einfluss zu erhalten." (Autorenreferat)
Thesaurusschlagwörter psychotherapy; mental illness; psychotherapist; professional association; mental disorder; professionalization; health insurance; ministry; political actor
Klassifikation psychische Störungen, Behandlung und Prävention; Berufsforschung, Berufssoziologie
Methode deskriptive Studie
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Die Natur der Gesellschaft: Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2
Herausgeber Rehberg, Karl-Siegbert
Konferenz 33. Kongress "Die Natur der Gesellschaft". Kassel, 2006
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2008
Verlag Campus Verl.
Erscheinungsort Frankfurt am Main
Seitenangabe S. 3240-3250
ISBN 978-3-593-38440-5
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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