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Mythen und Metaphern des modernen Tanzes

Myths and metaphors in modern dance
[Zeitschriftenartikel]

Böttger, Claudia

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-17486

Weitere Angaben:
Abstract Mythen und Metaphern des modernen Tanzes werden erörtert. Tanz, so die gemeinhin akzeptierte Haltung in der Tanzwissenschaft, ist etwas, das über die Sprache hinaus geht. Indem die Metapher und deren Gebrauch entwertet oder ignoriert wird, wird davon ausgegangen, dass die normale (Schrift-)Sprache in der Beschreibung des Tanzes zwangsläufig scheitern muss. Diese Haltung ermöglicht es, unkritisch Mythen zu schaffen. So wird dem modernen Tanz etwa ein revolutionäres Potenzial zugeschrieben. Die systematische Metaphernanalyse der veröffentlichten Texte Isadora Duncans, einer Pionierin des modernen Tanzes, zeigt, dass die Revolution nur eine von zwölf höchst unterschiedlichen Metaphoriken ist, in denen sie ihren Tanz beschreibt. Diese lassen sich sowohl der Moderne als auch ihren Gegenströmungen zuordnen. Die weithin akzeptierten Mythen der Revolution und Weiblichkeit, die nicht nur dem Tanz Duncans, sondern dem modernen Tanz überhaupt zugeschrieben werden, müssen hinterfragt werden. Weiterhin wird gezeigt, dass sich der moderne Tanz als (un-)sichtbare Religion des 20. Jahrhunderts verstehen lässt.

One of the strongest assumptions in dance research is the fact that dance by its very nature is something that goes beyond speech. Depreciating or neglecting metaphorical expressions and the way they are used, this view implies that ordinary (standard) language must fail in describing dance. This allows to uncritically create myths. Modern dance, for example, is said to be revolutionary by definition. Systematically analysing the metaphors in Isadora Duncan's published writings, her being one of the protagonists and the so-called "pioneer" and "mother" of modern dance, it can be shown that revolution is only one amongst twelve, extremely diverse metaphorical concepts she used. These can take both modernist and anti-modernist connotations. The widely accepted myths of revolution and femininity not only associated with Duncan's but modern dance in general are to be questioned. Furthermore, it will be argued that (modern) dance can be interpreted as an (in-)visible religion of the 20th century.
Klassifikation Kultursoziologie, Kunstsoziologie, Literatursoziologie; angewandte Psychologie
Freie Schlagwörter 2610 Literature & Fine Arts, Mythen, 1220 theoretical discussion, myths & metaphors in modern dance, analysis of texts by Isadora Duncan
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2003
Seitenangabe S. 387-412
Zeitschriftentitel Journal für Psychologie, 11 (2003) 4
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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