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Institutionelle Reflexivität : Entfesselung und Begrenzung von Forschung

Institutional reflexivity : unleashing and limitation of research
[Konferenzbeitrag]

Böschen, Stefan

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-142298

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract "Wissenschaft segelte lange Zeit in einem ruhigen Fahrwasser. Sie konnte forschen und dabei die Folgen der Anwendung ihres Wissens ignorieren. Dies war nur möglich aufgrund der institutionellen Separierung der Wissenschaft vom Rest der Gesellschaft. Die Gewährleistung der Freiheit der Wissenschaft war der Anker. Diese Grenze war lange Zeit unstrittig und hoch funktional: der wissenschaftlich-technische Fortschritt blühte, Entscheidungen konnten trotz Pluralisierung von Wissen und Interessen durch die Ressource wissenschaftliches Wissen kollektiv legitimiert werden. Diese Formation von Wissenschaft und Politik war lange Zeit das Erfolgsmodell moderner Staaten. Mit dem Aufbrechen von Risikokonflikten wird jedoch diese Grenze zwischen Wissenschaft und Politik tendenziell zu einem Gegenstand gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse. Denn mit den Auseinandersetzungen um Nichtwissen, normative Ambivalenz und kategoriale Uneindeutigkeit verschieben sich schließlich die Koordinatender bisherigen 'Wissens-Verfassung'. Der Konstitutionalisierungs- und Demokratisierungsprozess, der die Politik in der Moderne schon längst erfasst hat, schlägt nun auf die Wissenschaft über. Damit werden wiederum andere Wissensfähigkeiten bedeutsam, die im Prozess der Fokussierung auf die theoria hintangestellt wurden. Aristoteles wies im Gegensatz zu Platon auf die Besonderheit der phronesis bei der Gestaltung einer Polis hin. In diesem Sinne könnte man sagen, dass spätmoderne Gesellschaften an einem Wendepunkt stehen. Sie können sich entweder für die Fortsetzung des platonischen Programms entscheiden, wofür es eine Reihe von Indizien gibt, z.B. die nicht enden wollenden Versuche Expertenwissen als umfassende und legitime Entscheidungsressource zu etablieren. Oder sie wählen eine aristotelische Wissensperspektive und eröffnen damit zugleich Spielräume für institutionelle Reflexivität. Zur Untermauerung der These vom Wendepunkt und zur Diskussion möglicher Perspektiven für eine Neugestaltung wird die gesellschaftliche Einbettung der Gentechnologie als ein Fall von Science Assessment vorgestellt. Die dabei sukzessive etablierten Diskurse, Verfahren und institutionellen Regelungen verweisen zwar auf eine gesellschaftliche Projektierung dieses 'Experiments', jedoch ist die institutionelle Festlegung von Randbedingungen für solche 'Experimente' alles andere als geklärt. Vor diesem Hintergrund wird institutionelle Reflexivität als demokratiepolitisches Projekt der Entfesselung und Begrenzung von Forschung diskutiert." (Autorenreferat)
Thesaurusschlagwörter institutionalization; institutional factors; Federal Republic of Germany; research; reflexivity; science; genetic engineering; politics; knowledge; knowledge transfer; expert; democratization; constitutionalism; research facility; knowledge management; enterprise; organizational structure
Klassifikation Organisationssoziologie, Militärsoziologie; Wissenssoziologie; Wissenschaftssoziologie, Wissenschaftsforschung, Technikforschung, Techniksoziologie
Methode deskriptive Studie
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Soziale Ungleichheit, kulturelle Unterschiede: Verhandlungen des 32. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in München. Teilbd. 1 und 2
Herausgeber Rehberg, Karl-Siegbert
Konferenz 32. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie "Soziale Ungleichheit - kulturelle Unterschiede". München, 2004
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2006
Verlag Campus Verl.
Erscheinungsort Frankfurt am Main
Seitenangabe S. 4079-4087
ISBN 3-593-37887-6
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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