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Nichtkonventionelle Lebensformen - moderne Lebensformen?

Unconventional ways of life - modern ways of life?
[Konferenzbeitrag]

Schneider, Norbert F.

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-137649

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract "Der gesellschaftliche Modernisierungsprozeß, so wird besonders von Individualisierungstheoretikern argumentiert, hat in den letzten dreißig Jahren zur Herausbildung und Verbreitung zahlreicher nichttraditionaler Lebensformen neben der bürgerlichen Kleinfamilie geführt. Implizit wird dabei unterstellt, daß es sich bei diesen Lebensformen (v.a. Alleinlebende, Alleinerziehende, Stieffamilien, nichteheliche Lebensgemeinschaften) um moderne, d.h. um neuartige und individuell infolge einer relativ unabhängig getroffenen Wahlentscheidung entstandene, Lebensformen handelt. Eine solche Betrachtung ist in verschiedener Hinsicht unscharf, zum Teil auch unzutreffend. Ein Grund liegt in der dieser Interpretation zugrundeliegenden Geschichtsblindheit, ein anderer in der Abschottung gegen die Ergebnisse empirischer Sozialforschung. Sozialhistorische Studien zeigen, daß es sich bei vielen dieser Lebensformen strukturell keineswegs um neuartige Formen handelt und daß auch die heutige Pluralität der Lebensformen aus historischer Perspektive nicht neu ist, sondern eher als Rückkehr zur 'Normalität der Vielfalt'erscheint. Das Neue an diesen Lebensformen sind die Motive und Umstände, die zu ihrer Entstehung führen. Empirische Analysen verdeutlichen, daß ein erheblicher Teil dieser 'nichttraditionalen' Lebensformen nicht infolge relativ freier Wahl, sondern im Kontext der individuellen Lebensumstände und der gesellschaftlichen Lebensverhältnisse ein Stück weit zwangsläufig und unfreiwillig entsteht - und somit eher unmodern erscheint. Hinzu kommt, daß die übliche Klassifikation von Lebensformen anhand ihrer äußeren Strukturmerkmale mit einer gewissen Zwangsläufigkeit zu unrichtigen Schlußfolgerungen führt, da die soziologisch wie alltagspraktisch relevanten Differenzierungen hinsichtlich Binnenstruktur, Entstehungszusammenhängen und subjektiven Sinnzuschreibungen unberücksichtigt bleiben. Es stellt sich also die Frage: Wie modern sind die sogenannten nichtkonventionellen Lebensformen und wie sind sie im Kontext gesellschaftlicher Modernisierung zu betrachten? In meinem Beitrag möchte ich einige Probleme und Kriterien erörtern, die m.E. in der weiteren Diskussion über Situation und Wandel von Familie und privater Lebensführung stärkere Beachtung finden sollten und möglicherweise zu einer grundsätzlichen Neubewertung der verbreiteten Interpretationsmuster 'Pluralisierung von Lebensformen', 'Individualisierung der privaten Lebensführung' und 'Modernitätsrückstand der Familie in Ostdeutschland' führen könnten." (Autorenreferat)
Thesaurusschlagwörter society; differentiation; modernization; individualization; historical development; family; New Federal States; pluralism; life style; living conditions; Federal Republic of Germany
Klassifikation Sozialgeschichte, historische Sozialforschung
Methode Grundlagenforschung; historisch
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband 27. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Soziologie - Gesellschaften im Umbruch: Sektionen und Arbeitsgruppen
Herausgeber Sahner, Heinz; Schwendtner, Stefan
Konferenz 27. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Soziologie "Gesellschaften im Umbruch". Halle, 1995
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 1995
Verlag Westdt. Verl.
Erscheinungsort Opladen
Seitenangabe S. 109-116
ISBN 3-531-12836-1
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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