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Politische Penetration und gesellschaftliche Reaktion : Anzeigen zur Gestapo im nationalsozialistischen Deutschland

[Konferenzbeitrag]

Mann, Reinhard

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-136119

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract Gegenstand des Beitrags ist die Intention eines totalitären Regimes zur Mobilisierung der Bevölkerung aufgrund politischer Maßnahmen sowie die Reaktion der Gesellschaft hierauf. Beispielhaft erfolgt die Untersuchung an den Anzeigen zur Gestapo im nationalsozialistischen Deutschland. Dem Beitrag vorgeschaltet sind zum einen Überlegungen zur defizitären Bearbeitung des Themas Nationalsozialismus durch die deutsche Soziologie nach 1945, zum anderen eine Skizze der theoretischen Arbeit zur Typologie autoritären und totalitärer politischer Systeme von J. J. Linz. Der einleitend genannte Gegenstand ist ein Aspekt des Linzschen Modells. Ob, und wenn ja, inwiefern es dem NS-Regime gelungen ist, erfolgreich die Aufmerksamkeit der Bevölkerung gegenüber deviantem Verhalten zu mobilisieren, wird anhand der Ursachen zum Tätigwerden der Gestapo untersucht, wobei Anzeigen aus der Bevölkerung als Indikatoren für eine erfolgreiche Mobilisierung angenommen werden. Die Daten stammen aus einem empirischen Forschungsprojekt zur Analyse von Protest und Widerstand gegen den NS in der Stadt Düsseldorf. Aus den Akten der Staatspolizeileitstelle in Düsseldorf wurde eine Stichprobe von 825 Fällen gezogen. Für gut ein Viertel der Fälle wurden zusätzlich die Akten der Justizbehörden hinzugezogen. In Einzelfällen gelang es auch, betroffene Personen zu befragen. In Form verschiedener Tabellen werden die Vorgänge quantitativ unter verschiedenen Gesichtspunkten ausgewertet: Art der Anzeigeerstattung; Verteilung über die Jahre 1933-44; Motive und Inhalte der Anzeigen. Einzelne Fälle werden detailliert beschrieben. Die Ausführungen kommen zu dem Ergebnis: Heydrichs Ziel der Mobilisierung der Bevölkerung war zwar nicht erfolgreich, aber die indirekten Folgen sind als nicht unerhebliche Faktoren einer nationalsozialistischen Penetration der deutschen Gesellschaft zu sehen. (RW)
Thesaurusschlagwörter Third Reich; Gestapo; Nazism; charge; social control; resistance; totalitarianism; authoritarianism
Klassifikation politische Willensbildung, politische Soziologie, politische Kultur
Methode empirisch
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Soziologische Analysen: Referate aus den Veranstaltungen der Sektionen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und der ad-hoc-Gruppen beim 19. Deutschen Soziologentag (Berlin, 17.-20. April 1979)
Herausgeber Mackensen, Rainer; Sagebiel, Felizitas
Konferenz 19. Deutscher Soziologentag "Sozialer Wandel in Westeuropa". Berlin, 1979
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 1979
Erscheinungsort Berlin
Seitenangabe S. 965-985
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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