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Prozedurale Legitimität: moderne Rechtsentwicklung jenseits von formaler Rationalisierung

[Zeitschriftenartikel]

Eder, Klaus

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-14960

Weitere Angaben:
Abstract In dem Maße, wie die Kritik an der Materialisierung des Rechts (meist als Kritik an der zunehmenden Verrechtlichung formuliert) zunimmt, stellt sich das Problem, wie die Rationalität des modernen Rechts anders begründet werden kann. Ein Durchgang durch verschiedene rechtssoziologische Traditionen zeigt, daß sie entweder das Rationalitätsproblem überhaupt auf die Seite schieben oder aber die Rationalität des Rechts weiterhin - und das ist seit Weber so angelegt - in der kognitiven Organisation der Rechtsbegriffe suchen. Demgegenüber wird der Versuch unternommen, die zunehmende Prozeduralisierung des Rechts, die als Reaktion auf die mit dem Ausbau des Wohlfahrtsstaates verbundene Materialisierung zu sehen ist, auf die ihr impliziten Rationalitätsgesichtspunkte zu untersuchen. Es wird behauptet, daß das Organisationsprinzip eines prozeduralen Rechts darin besteht, die Beteiligten in kommunikative Prozesse zu involvieren, die der Logik argumentativer Auseinandersetzung folgen. Diese spezifische Qualität des prozeduralen Rechts macht es möglich, von einem Prozeß kommunikativer Rationalisierung zu reden und darin das Entwicklungsprinzip des spätmodernen Rechts zu lokalisieren. Daraus folgt ein Plädoyer für Verrechtlichung insofern, als die Thematisierung der kommunikativen Logik prozeduraler Regelungen es erlaubt, auch die Lebenswelt nicht sich allein zu überlassen, sondern vor das Forum rechtlicher organisierter Auseinandersetzungen zu ziehen. Darin liegt die spezifische Modernität des spätmodernen prozeduralen Rechts begründet.

The critique of the materialization of law (and this has to do with the discussion concerning the juridification of social relations) poses the problem how to justify the rationality of a post-material law. A discussion of several sociological approaches to the law shows that they either neutralize the problem of rationality of the law or restrict it - in the tradition of the Weberian sociology of law - to the cognitive aspects of the law. In this paper an attempt is made to analyze the procedural law that is tending to substitute the material law bound to the modern welfare state with respect to its implicit rational aspects. It is claimed that the organizational principle of procedural law consists in involving the participants of the legal process into communicative relationships. These legal relationship have their own specific rationality insofar as they are bound to the logic of argumentation. This specific quality of procedural law allows to reconstruct the (possible) development of late modern law as a process of communicative rationalization. This leads to a plea for further juridification of social relations by procedural law; for procedural law because of its inherent rationality is able to confront the extralegal spheres with the rationalizing effects of collective argumentation. This would be the rational function of the late modern law: to organize law as a rational disputing process, to realize in the law the rationalizing power of argumentative dispute.
Thesaurusschlagwörter constitutional state; law; development; historical development; legal theory; Weber, M.; rationalization; system theory; discourse; theory; communication; juridification; communicative action; analysis; sociology of law; rationality; discourse theory
Klassifikation Kriminalsoziologie, Rechtssoziologie, Kriminologie; Philosophie, Theologie; allgemeine Geschichte
Methode historisch; normativ
Freie Schlagwörter Rechtssystem; Luhmann; Habermas; Willke; Irrationalität; kommunikative Logik
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 1986
Seitenangabe S. 1-30
Zeitschriftentitel Zeitschrift für Rechtssoziologie, 7 (1986) 1
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
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