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Polen und der Verfassungsvertrag in der ICG 2003 als klassisches two level game?

Poland and the Constitutional Treaty in the IGC 2003: a classical two level game?
[Zeitschriftenartikel]

Gaisbauer, Helmut P.

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-61040

Weitere Angaben:
Abstract 'Der vorliegende Beitrag versucht das Scheitern des Verfassungsgipfels im Dezember 2003 als ein two level game (Robert D. Putnam) zu analysieren. Er kommt dabei zum Schluss, dass aufgrund der Besonderheit der Situation des Beitrittslandes Polens, die Präferenzbildung auf nationaler Ebene mit diesem Konzept nur unzureichend erklärt werden kann. Erst unter Berücksichtigung der Schwierigkeiten, die aus der Gleichzeitigkeit von Beitritt (Kampagne, Referendum) und Konstitutionalisierung der EU entstanden sind, gewinnt die Erklärung ausreichend Plausibilität und Reichweite. Die Analyse dieser Schwierigkeiten deutet auf einen Mangel an Legitimität des Konvents und 'seiner' Verfassung hin. Wenige Wochen vor dem polnischen Referendum wurden im Konvent die machtpolitisch bedeutendsten Reformen debattiert und verhandelt, was ein Abgehen vom für Polen günstigen System der Stimmengewichtung nach Nizza bedeuten sollte. Dies führte zu einer Diskurspolitik der polnischen Regierung, die auf eine Unterdrückung des Themas 'Konvent' in der parlamentarischen und öffentlichen Debatte abgestellt war. Als das Referendum geschlagen war, trat die Regierung plötzlich scharf gegen die umstrittene Neuregelung des Systems der Stimmengewichtung auf, während Danuta Hübner als Regierungsvertreterin den Konventsentwurf mitunterzeichnet hatte. Diese Widersprüche wurde von der proeuropäischen Opposition aufgegriffen und gegen die Regierung gewendet: Die Politisierung dieses issues kraft des Slogans 'Nizza oder Tod' bedeutete eine maximale Einengung des win sets für die polnischen VerhandlerInnen in den entscheidenden Verhandlungen und war ein entscheidender Faktor für deren Scheitern. Im Résumé kommt der Beitrag zu dem Schluss, dass das notwendige Einbeziehen des Konvents in den Erklärungsrahmen des two level games die heuristische und theoretische Stimmigkeit dieses Ansatzes insgesamt in Frage stellt.' (Autorenreferat)

'Examining the Brussels summit failure in December 2003 within the heuristic concept of two level games (Robert D. Putnam), this contribution suggests that the applied concept doesn't explain the preferences on the Polish Level II properly. It can be shown that the legitimacy of the European Convention and 'its' constitution was seriously contested by an 'impossible coincidence' of EU-accession and constitutionalisation process. It was in the decisive weeks before the referendum on accession when the Convention has been debating the most substantial reforms of the very power structure of the Union. This led to a governmental discourse policy aiming at avoiding the 'convention' becoming a topic in parliamentary and public discourse. After the constituency has confirmed the governmental accession policy by referendum the government tried to catch up with the developments in the convention and began a fierce fight against the new system of voice-weighting proposed by the convention. This inconsistent stance of the Polish government can be explained by the contradictions it was exposed to due to the coincidence of accession and constitutionalisation process. However, the opposition managed to put the already poor performing government under additional pressure through politicisation of the issue: 'Nice or death', meant to minimise the win set for the Polish delegation in the negotiations on the decisive Brussels summit mid December 2003. The contribution concludes that the summit failure cannot be interpreted simply as an IGC two level game. Taking the convention process seriously does hence impose serious questions on the whole concept and leads to a pessimistic assessment on the theoretical value of Putnam's concept for this case.' (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter European Policy; domestic policy; legitimacy; Poland; game theory; constitution; EU; joining the European Union; post-socialist country; constitution-making
Klassifikation internationale Beziehungen, Entwicklungspolitik; Europapolitik
Methode Theorieanwendung
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2005
Seitenangabe S. 295-309
Zeitschriftentitel Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, 34 (2005) 3
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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