Export für Ihre Literaturverwaltung

Übernahme per Copy & Paste
Bibtex-Export
Endnote-Export

       

Weiterempfehlen

Bookmark and Share


Biographische Methode

Biographical method
[Sammelwerksbeitrag]

Rosenthal, Gabriele

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-57662

Weitere Angaben:
Abstract Die Biographieforschung, die mit niedergeschriebenen oder in Interviews erzählten Lebensgeschichten arbeitet, ist in den Sozial- und Humanwissenschaften längst nicht mehr nur eine Methode unter anderen. Sie hat sich insbesondere in der Soziologie (Fischer-Rosenthal 1991; Fuchs-Heinritz 1998) und in den Erziehungswissenschaften (Krüger & Marotzki 1999) mittlerweile zu einer Teildisziplin mit allgemeintheoretischem Anspruch etabliert. Auch in den Geschichtswissenschaften hat die Oral History, deren VertreterInnen biographische Interviews als weitere Quelle für ihre Analyse historischer Epochen nutzen und meist auch mit narrativ-interpretativen Methoden arbeiten (vgl. v. Plato 1998; Sieder 1999), zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dagegen fehlt es der Biographieforschung in der Psychologie – insbesondere in der deutschen akademischen Psychologie – noch weitgehend an Anerkennung. Dies geht auf den positivistischen Mainstream der Psychologie zurück, die sich weit mehr an den Naturwissenschaften als an den Traditionen verstehender und hermeneutischer Ansätze orientiert. So ist es auch nicht erstaunlich, dass die Diskussion um biographische Methoden in der Psychologie häufig noch mit dem Anspruch auf Repräsentativität und numerische Verallgemeinbarkeit, die auf der Häufigkeit des Auftretens eines Phänomens beruht, geführt wird. Dies manifestiert sich vor allem bei der Auswertung von zunächst noch offen oder halbstandardisiert erhobenen "Daten", bei denen – z.B. von Hans Thomae - eine Verknüpfung qualitativer mit quantitativen Verfahren zum Ziel der Verallgemeinerung angestrebt wird. Thomae (1991, S. 522) integrierte bereits Mitte der 50er Jahre biographische Daten in seine Analysen und reagierte damit zu Recht auf ein Defizit an genetischen Konzepten. Andererseits disqualifiziert er aufgrund seiner quantitativen Grundorientierung die interpretative Biographieforschung als "essayistisch" und "neudeutsch".
Thesaurusschlagwörter biographical method; methodology; data; interpretation; social science; psychology; historical development; life career; narrative interview; biography; research; oral history
Klassifikation Erhebungstechniken und Analysetechniken der Sozialwissenschaften
Methode deskriptive Studie; Dokumentation
Freie Schlagwörter Interpretative Biographieforschung; Erzählte Lebensgeschichten; Lebensverlaufsforschung; Geschichte der Biographieforschung; Biographische Fallrekonstruktionen; biographisch-narrative Interview
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Psychologie: ein Grundkurs
Herausgeber Keupp, Heiner; Weber, Klaus
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2001
Verlag Rowohlt-Taschenbuch Verl.
Erscheinungsort Reinbek bei Hamburg
Seitenangabe S. 266-275
Schriftenreihe Rororo: Rowohlts Enzyklopädie, 55640
ISBN 3-499-55640-5
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Digital Peer Publishing Licence - Basismodul
top