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Transgenerationelle Folgen von Verfolgung und von Täterschaft : Familien von Überlebenden der Shoah Familien und von Nazi-Tätern

Transgenerational consequences of persecution and perpetration : families of survivors of shoah families and Nazi offenders
[Sammelwerksbeitrag]

Rosenthal, Gabriele

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-56876

Weitere Angaben:
Abstract Die Vergleichsstudie über die unterschiedliche Verarbeitung der Judenverfolgung in jüdischen Familien mit Holocaustopfern und deutschen Familien mit Nazivergangenheit beruht auf biographischen Interviews. So hat die Autorin im ersten Schritt mit der Darstellung der jüdischen Familie Zweig auch eine Familie gewählt, die in einem Familienteil eine Verbindung zu Familien von Nationalsozialisten hat. Der empirische Befund der nachträglichen Wirksamkeit der Familienvergangenheit und insbesondere der Familiengeheimnisse auf die Biographien der Nachgeborenen und auf den Familiendialog zeigt sich nun auch in Familien von Nazi-Tätern, der im zweiten Schritt untersucht wird. Doch wird in diesen Familien im Unterschied zu Familien von Überlebenden weniger geschwiegen als vielmehr die Vergangenheit geleugnet und umgeschrieben. Im zweiten Schritt werden diese Befunde sowohl in Familien von Überlebenden als auch in Familien von Nazi-Tätern dargelegt. Des Weiteren wird aufgezeigt, dass sich die Familiengeheimnisse sowohl in ihrer Funktion im Familiendialog, als auch in den biographischen Folgen für die Nachgeborenen, in Familien von Überlebenden erheblich von denen in Familien von Nazi-Tätern unterscheiden. Mit den Ausführungen über die bei allen befragten Familien so deutlich zu beobachtende Wirksamkeit der spezifischen Familienvergangenheit vor 1945 ist deutlich geworden, dass damit auch erhebliche Unterschiede in den transgenerationellen Folgen bei Familien mit einer Verfolgungsvergangenheit und bei Familien mit einer Verfolgervergangenheit verbunden sind. Diese Differenzen werden im dritten Schritt bei der Diskussion über die Wirksamkeit der Familiengeheimnisse bzw. der Verleugnungen noch deutlicher. Sowohl in Familien von Nazi-Tätern als auch in Familien von Überlebenden der Shoah lässt sich die erhebliche Wirksamkeit von Geheimnissen und damit verbundenen Familienmythen beobachten. Die Inhalte der Geheimnisse, ihre Funktion und damit auch ihre Wirkung auf die Nachgeborenen, unterscheiden sich bei Familien von Überlebenden und bei Familien von Nazi-Tätern. Überlebende fürchten sich vor dem Erzählen ihrer belastenden Erinnerungen, haben Angst davor, von ihren Gefühlen überwältigt zu werden, verschweigen Bestandteile der Vergangenheit, die mit Scham und Schuldgefühlen besetzt sind. Täter und Täterinnen hingegen schützen sich vor möglicher Strafverfolgung, aber auch vor einer Ablehnung und Anklage ihrer Nachkommen. (ICG)
Thesaurusschlagwörter Federal Republic of Germany; World War II; family; political history; coming to terms with the past; persecution of Jews; Third Reich; war crime; Nazism; victim; offender; reproductive behavior; Jew; German; biography
Klassifikation Familiensoziologie, Sexualsoziologie; Migration; Ethnologie, Kulturanthropologie, Ethnosoziologie; allgemeine Geschichte
Methode empirisch; empirisch-qualitativ
Freie Schlagwörter transgenerationelle Folgen von Verfolgung; Holocaustforschung; Familiengespräche; Familiengeschichte; Shoah; Täterschaft
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Körper, Seele, Trauma: Biologie, Klinik und Praxis
Herausgeber Streeck-Fischer, Annette; Sachsse, Ulrich; Özkan, Ibrahim
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2001
Verlag Vandenhoeck & Ruprecht
Erscheinungsort Göttingen
Seitenangabe S. 174-206
ISBN 3-525-45868-1
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Digital Peer Publishing Licence - Basismodul
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