%T Den Gegen-Stand verstehen : zur Idee des Individuellen in der Sozialwissenschaft
%A Hitzler, Ronald
%J Soziale Welt
%N 2
%P 136-156
%V 33
%D 1982
%K Erklären; Handeln; J.P. Satre; Bewußtsein
%= 2009-05-27T13:43:00Z
%> http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-55451
%X Alle Sozialwissenschaft, die sich in der Nachfolge Max Webers stehend betrachtet, ist sich dahingehend einig, daß sie die Handlungskompetenz, die Entwurfsfähigkeit des Individuums wesentlich zu berücksichtigen hat. Das heißt, daß eine jegliche soziologische Analyse in der alltäglichen Wirklichkeit handelnder Personen begründet sein soll, und da die Sozialwelt als konstruiertes Insgesamt von Sinnzusammenhängen und Sinnderivaten zu erfassen ist. Zur Einlösung eines solchen Programms kennt die nachwebersche Soziologie insbesondere drei Verfahren, die eine nicht-reduktionistische Wissenschaft vom Gesellschaftlichen ermöglichen sollen: Das Verstehen, das Erklären sowie die Konstruktion von Idealtypen. Alle Sozialwissenschaft, die unter dem Etikett "verstehende Soziologie" firmiert, kennt diese instrumentelle Triade, aber erst Jean-Paul Sartre hat sie nicht nur pragmatisch angewandt, sondern auch in einer methodologischen Gesamtkonzeption synthetisiert. Der Anspruch des Existenzialismus als einer nicht-verdinglichenden Soziologie ist es vor allem, das Individuum in seinem subjektiven Vermögen zu verstehen. Diese Konzeption des Individuums verweist auf den erlebenden Forscher selber und zum anderen auf die prinzipielle Distanz des Subjekts als kontingenter Autonomie zur Faktizität des Gegebenen. Existenzialismus ist für den Soziologen ein Orientierungsrahmen, innerhalb dessen sich die soziologische Forschung verändern und ggf. neu konstituieren müßte. (GB)
The essay deals with the controversial concept of individuality by taking recourse to the "existentialist" positions in Max Weber's theory of science - within a framework of critical discussion of Alfred Schulz and Thomas Luckmann. Because of epistemological deficiences, the theoretical and the empirical framework of social sciences need to be re-oriented toward Jean-Paul Sartre, especially toward his methodology. The existentialist position opens the way to a non-reified understanding of the Gegen-Stand (as a kind of dialectical subject-object identity). This ontologically dialectical procedure "synthetizes" (in the Hegelian meaning of the notion) the phenomenological description of the Life-World as one step within the process of our perception and it explains the built-intension between the (objective) subject and the (subjective) object. Existentialism thus turns out to serve as the paradimatic frame of orientation for a sociology conceived as (self-)reflexive.
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