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"Forms are the food of faith" : Gattungen als Muster kommunikativen Handelns

"Forms are the food of faith": genres as patterns of communicative action
[Zeitschriftenartikel]

Günthner, Susanne; Knoblauch, Hubert

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-49397

Weitere Angaben:
Abstract Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung der Kommunikation in der modernen Gesellschaft wird die Auffassung vertreten, daß Kommunikation weniger zum 'rationalen Diskurs' beiträgt; vielmehr nimmt sie die Gestalt konventioneller kommunikativer Muster an, d.h. kommunikativer Gattungen. Auf den Forschungsbericht der sozialwissenschaftlichen Gattungsanalyse folgt die Vorstellung des vor allem von Thomas Luckmann vertretenen Ansatzes zur Erforschung kommunikativer Gattungen, der hier erläutert und ausgebaut wird. Dieser Ansatz geht von einer grundlegenden Funktion kommunikativer Gattungen zur Entlastung von Routineproblemen kommunikativen Handelns aus. Der Aufsatz erläutert dann, aufbauend auf entsprechenden empirischen Untersuchungen, die verschiedenen Analyseebenen kommunikativer Gattungen: Die Binnenstruktur prosodischer, lexikalischer, syntaktischer, rhetorischer u.a. Elemente; eine situative Realisierungsebene (interaktive, situative, konversationelle Elemente) und die Außenstruktur kommunikativer Gattungen (soziale Veranstaltungen, soziale Milieus und Institutionen). Der Aufsatz schließt mit einem Entwurf des kommunikativen Haushalts der Gesellschaft, der als Kern der Kultur angesehen werden kann. Auf der Grundlage der wachsenden Bedeutung der Kommunikation in der modernen Gesellschaft geht dieser Ansatz davon aus, daß kommunikative Handlungen nicht nur von sozialstrukturellen Faktoren determiniert werden; vielmehr bilden die vorgestellten Muster der Kommunikation ihrerseits wesentliche Mittel zur Konstruktion sozialer Wirklichkeiten.

On the background of the growing significance of communication in modern society, this article claims that communication, rather than contributing to "rational discourse", is routinely moulded in conventional communicative patterns, i.e. communicative genres. After portraying the social scientific tradition of genre analysis, the action theoretical approach of communicative genres by Thomas Luckmann is presented and elaborated. It argues that the fundamental function of communicative genres is to relieve the interactants from routine problems of communicative action. The article then focuses on the different levels which constitute communicative genres, distinguishing between an "internal structure" (i.e. prosodic, lexical, syntactic, rhetoric features), an "intermediate structure" (i.e. interactive, situational, conversational) and an "outer structure" (i.e. social occasions, milieus and institutions) of genres. After discussing research on each of these levels we wind up by analyzing communicative budgets (which can be considered the kernels of culture) of whole societies. On the basis of the growing significance of communication, this approach shows how communication - apart from only being determined by social structure - is an essential means for the construction of social reality itself.
Thesaurusschlagwörter communication; communicative action; society; social reality; institution; action; theory; pluralism; individualization; meaning; method
Klassifikation Kommunikationssoziologie, Sprachsoziologie, Soziolinguistik
Methode Grundlagenforschung; Theoriebildung
Freie Schlagwörter kommunikative Muster; Gattungsanalyse; Luckmann
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 1994
Seitenangabe S. 693-723
Zeitschriftentitel Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 46 (1994) 4
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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