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Perspektiven und Probleme der neuen polnisch-ukrainischen Nachbarschaft: dargestellt am Beispiel der Grenzregion zwischen Südostpolen und der Oblast Lwiw

Perspectives and problems of the New Polish-Ukrainian Neighbouring Relationship: based upon the example of the bordering regions between South-Eastern Poland and the Oblast of Lwiw
[Zeitschriftenartikel]

Haase, Annegret; Hudseljak, Irina

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-48264-2

Weitere Angaben:
Abstract Infolge der politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen im östlichen Europa und den damit einher gehenden Grenzveränderungen gerieten die Gebiete an der polnischen Ostgrenze in eine völlig neue Situation. Neben der Bewältigung des seit der Grenzöffnung zwischen Polen und seinen östlichen Nachbarn stark angewachsenen grenzüberschreitenden Verkehrs gilt es in den letzten Jahren auch, neue bilaterale Beziehungen zwischen den jeweiligen Nachbarstaaten aufzubauen. Das Anliegen des Beitrages ist es vor diesem Hintergrund, Perspektiven und Probleme der gegenwärtigen Lage im Grenzgebiet zwischen dem südöstlichen Polen (Wojewodschaft Vorkarpaten) bilden sowie der Oblast Lwiw auf ukrainischer Seite aufzuzeigen. Dabei stehen nach einer kurzen Skizzierung des historischen und politischen Rahmens die Ausprägungen und Folgen der sozioökonomischen Transformation, die Möglichkeiten und Formen grenzüberschreitender Kontakte und Kooperation sowie die ethnische und religiöse Dimension des polnisch-ukrainischen Verhältnisses im Mittelpunkt. Zur Entwicklung der polnisch-ukrainischen Nachbarschaft in den hier betrachteten Grenzregionen nach dem Systemumbruch lassen sich zusammenfassend folgende Entwicklungen festhalten: Aufgrund des sehr unterschiedlichen Verlaufes der wirtschaftlichen wie auch der gesellschaftlichen Transformation auf beiden Seiten der Grenze wachsen gegenwärtig die sozio-ökonomischen Unterschiede zwischen den Grenzgebieten, was sich in einem zunehmenden Wohlstands- und Lohngefälle niederschlägt. Auf der polnischen Seite verläuft die Entwicklung trotz der noch bevorstehenden Reformen der Landwirtschaft tendenziell in Richtung einer wirtschaftlichen und sozialen Stabilisierung, auf der ukrainischen Seite dagegen konnte die krisenhafte Entwicklung in den letzten Jahren nicht gebremst werden und sie besitzt aufgrund der makroökonomischen Rahmenbedingungen in der Ukraine derzeit kaum nennenswerte Perspektiven für eine Entspannung der Lage. Während der Lebensstandard der Bevölkerung in Südostpolen in den letzten Jahren sichtbar gestiegen ist, muss für die Oblast Lwiw eine zunehmende Verarmung großer Bevölkerungsteile konstatiert werden. Der visafreie Grenzverkehr bildet die Grundlage für einen Neuaufbau der Nachbarbeziehungen zwischen den Grenzgebieten, welche neben ihrer wirtschaftlichen auch eine wichtige soziale Funktion besitzen (Kontakte der Bevölkerung, Abbau von Ängsten und Stereotypen, Entstehung eines neues Bildes über die Nachbarn, Verständnis für die Probleme der anderen). Die offene Grenze sorgt darüber hinaus für eine Abmilderung der peripheren Lage der Regionen durch die Gewinnung einer "neuen Zentralität" für die grenzüberschreitende Kommunikation sowie die transregionale Kooperation. In den letzten Jahren haben sich vielfältige gren züberschreitende Beziehungen zwischen Südostpolen und der Oblast Lwiw entwickelt, von denen beide Seiten profitieren, in erster Linie durch den Grenzhandel und die Erwerbsmigration so wie auf polnischer Seite die regionale Wirtschaftsentwicklung infolge der Handelsbeziehungen und des Einkaufstourismus. Zu neuen Problemen, welche im Zuge der Grenzöffnung auftreten, zählen vor allem die illegale Zuwanderung sowie die grenzübergreifende, organisierte Wirtschaftskriminalität. Nicht zu unterschätzen dürfte überdies in den nächsten Jahren die "Schere" infolge der wachsenden Wohlstandsunterschiede zwischen den Grenzgebieten sein, seit der Grenzöffnung ständig transparent sind. Auf politischer und kultureller Ebene bemüht man sich um Versöhnung und Kooperation, wie zuletzt auch die gemeinsame "Erklärung über Verständigung und Versöhnung" gezeigt hat. Die rechtliche Lage der Minderheiten auf beiden Seiten hat sich verbessert und sie erhalten zunehmend eine "Brückenfunktion" in den nachbarschaftlichen Beziehungen auf regionaler Ebene. Gleichwohl jedoch werden auch jahrzehntelang tabuisierte zwischenethnische Probleme transparent und virulent, wobei gegenwärtig die Lage auf der polnischen Seite als komplizierter einzuschätzen ist.
Thesaurusschlagwörter Poland; Ukraine; Eastern Europe; border region; transformation; economy; labor market; cooperation; cross-border cooperation; bilateral relations; historical development; politics; culture; social economics; agriculture; industry; social problem; unemployment; migration; consumption; tourism; minority; stereotype; prejudice; ethnology
Klassifikation Raumplanung und Regionalforschung; Soziologie von Gesamtgesellschaften
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2000
Seitenangabe S. 2-18
Zeitschriftentitel Europa Regional, 8.2000 (2000) 2
ISSN 0943-7142
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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