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Italiens Bevölkerung im Wandel der Gegenwart: ein geographisch-statistischer Bericht nach dem Zensus 2001

Recent transformation of the Italian population: a geographic-statistical synopsis since the 2001 census
[Zeitschriftenartikel]

Rother, Klaus

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-48144-8

Weitere Angaben:
Abstract Der Verfasser berichtet über die wichtigsten Ergebnisse der Volkszählung 2001. Mit 56,3 Millionen Menschen nimmt Italiens Bevölkerung nach einer langen Wachstumsperiode als einziges der 15 EU-Länder, unter denen es an vierter Stelle steht, derzeit nicht mehr zu. 16 der 20 Regionen einschließlich des Mezzogiorno haben in der letzten Zähldekade Verluste; nur der Nordosten hat auf Grund des wirtschaftlichen Aufschwungs ("Drittes Italien") Gewinne. Vor allem die Kernstädte der Verdichtungsgebiete verlieren zugunsten ihres Umlands Menschen (1991-2001: -10% bzw. +1,2%). Wegen der geringen Schwankungsbreite bleibt die Verteilung der Bevölkerung auf die Großräume und die großen Reliefeinheiten aber gleich. Die stationäre Bevölkerungsentwicklung Italiens ist das Ergebnis des veränderten generativen Verhaltens. Aufgrund des Geburtendefizits (1996-2000: -0,5% pro Jahr) nähert sich die Alterspyramide der Form einer Urne. Die Bevölkerung altert, und Süditalien nimmt an diesem Prozess rege teil. Auch andere demographische Merkmale zeigen, dass sich das Land den führenden EU-Staaten angepasst hat. Nur die Erwerbsstruktur unterscheidet sich durch die niedrigere Erwerbsquote und die größere Jugendarbeitslosigkeit vom Durchschnitt der EU deutlich. Bei den Binnenwanderungen ersetzt die intraregionale zunehmend die interregionale Migration; Süd-Nord-Wanderung, Bergflucht und Ost-West-Wanderung in der Po-Ebene sind unerheblich geworden. Neuerdings hat sich das klassische Auswandererland Italien in ein Einwandererland verwandelt. Dank der langen Küsten kommen illegale Immigranten aus Entwicklungsländern (clandestini) als boat people leicht ins Land; sie finden häufig in der Schattenwirtschaft Arbeit. Dennoch ist der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung Italiens (2,2%) im Vergleich zu den wohlhabenden westeuropäischen Staaten klein. Italien, das sich in den letzten 50 Jahren erfolgreich vom Agrar- zum Industriestaat entwickelt und den Vorsprung der "alten" Industrienationen Westeuropas aufgeholt hat, sollte künftig seine Regionen stärken, um dem Ziel eines "Europas der Regionen" näher zu kommen.

The author reports on the most important results of the population census of 2001. With 56,3 million people, the Italian population after a long period of growth has not increased in the last few years making it unique among the 15 EU members. In the decade since the last census, the population in 16 of 20 regions has declined, including Mezzogiorno. Only the Northeast has gained from the economic boom of "Third Italy". Above all, the population of core cities of metropolitan areas has decreased (1991-2001: -10%) while the urban belt ("Umland") has increased (+1,2 %). The population distribution of the major country areas and "relief units" remains constant. The stagnating population development of Italy results in generational changes. Due to declining birth rates (1996-2000: -0,5%) the age-pyramid approaches the form of an urn, and the population ages. Unlike North Italy where this decline has been relatively constant, in South Italy the decrease has been more recent and faster. Ot her demographic indicators show that Italy is similar to the leading EU countries. Only the occupational structure differs distinctly from the EU average: smaller total employment and higher juvenile unemployment. Among internal migration, intraregional migration increasingly replaces interregional migration; south-north migration, mountain exodus and east-west migration in the Po plain are no longer significant. Italy as a classic emigration country has changed recently into an immigration country. Because of its long coast line, illegal immigrants from underdeveloped countries (clandestini) come to Italy easily as boat people, often working in the "shady economy". But the proportion of foreign people (2,2%) is small still compared with the western European welfare states. In the future, Italy, transformed successfully from an agrarian to an industrial state and having reached the level of the "old" industrial nations of western Europe, must exploit its regional characteristics more strongly to achieve the aim of "Europe of regions".
Thesaurusschlagwörter Italy; Southern Europe; population development; migration; age structure; alien; immigration; demographical structure; census; population decrease; gainfully employed person; gainful employment; regional development
Klassifikation Raumplanung und Regionalforschung; Bevölkerung; Migration
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2003
Seitenangabe S. 137-145
Zeitschriftentitel Europa Regional, 11.2003 (2003) 3
ISSN 0943-7142
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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