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Die ethnische Struktur des Karpatenraums und seine aktuellen Entwicklungen

The ethnic structure of the Carpathian Region and its current development
[Zeitschriftenartikel]

Kocsis, Károly

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-48101-3

Weitere Angaben:
Abstract Infolge der epochal bedeutenden wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Veränderungen, der natürlichen Abnahme, der intensiven räumlichen Mobilität und der wachsenden "Entnationalisierung" (losing of ethnic identity) der Bevölkerung konnte in den ehemaligen sozialistischen Ländern des Karpatenraums während der vergangenen anderthalb Jahrzehnten eine beträchtliche ethnische Umstrukturierung beobachtet werden. Innerhalb des untersuchten Zeitraums traten folgende auffallende ethnische Veränderungen ein: eine beschleunigte Abnahme und Assimilation der nationalen Minderheiten, die dynamische Zunahme der Anzahl der Romabevölkerung sowie das Wachstum der Anzahl und des Anteils der Bevölkerung, die keine nationale-ethnische Zugehörigkeit deklarierte. Der Beitrag versucht, die ethnische Raumstruktur und deren rezente Änderungen mit Hilfe der letzten zwei Volkszählungen (um die Jahre 1991 und 2001), die in den vier Ländern des Untersuchungsgebietes durchgeführt wurden, zu skizzieren. Die Grundlagen der Forschung bildeten die Angaben zur Nationalität (ethnicity), weil diese Daten in ausführlichster Form (auf Siedlungsebene) veröffentlicht wurden. Die Angaben zur Muttersprache, die auf eine lange historische Vergangenheit zurückblicken und keine breite Veröffentlichung erfuhren, waren bei der Untersuchung hilfreich. Die demographischen Prozesse in der jüngsten Vergangenheit lassen vermuten, dass sich die Bevölkerungszahl des Karpatenraums in den künftigen Jahrzehnten dauerhaft verringern wird. Diese Prozesse können wahrscheinlich weder vom Migrationsgewinn infolge des EU-Beitrittes noch von dem noch immer hohen Geburtenüberschuss der Romabevölkerung gebremst werden. Die Zunahme der Entnationalisierungstendenzen, die Schwächung der ethnischen Identität insbesondere bei der Bevölkerung in urbanisierten Gebieten sind voraussichtliche Wirkungen der Globalisierung. Man kann auch annehmen, dass infolge der räumlichen Konzentration der Ethnien, der Assimilation und der natürlichen Abnahme die Anzahl und der Anteil der Minderheiten weiter abnehmen werden. Was die Entwicklung der Romabevölkerung (mit hoher Fertilitätsrate) betrifft, wurden mehrere Prognosen gewagt (z.B. HABLICSEK 2000; VAŇO 2002). Laut dieser kann man nicht ausschließen, dass im Jahre 2050 3,6 Millionen Roma im Karpatenraum leben werden. (Autorenreferat)

As a result of the sweepingly significant economic, social and political transformation, the natural depopulation, the intense regional mobility and the increasing loss of ethnic identity, a significant ethnic restructuring has been observed over the last fifteen years in the formerly socialist states of the Carpathian region. The following, conspicuous ethnic changes occurred during the study period: an increased depopulation and assimilation of the national minorities, a dynamic increase in the Roma population and a growth in the number of people in the population that declared no national and ethnic affiliation. The article attempts to sketch the regional ethnic structure and its recent changes with the help of the last two censuses (around 1991 and 2001), which were carried out in the four countries in the study region. Data on ethnicity formed the basis of the research, as this data was published in the most extensive form (on a settlement level). Data concerning mother tongue, which looks back on a long historical tradition and was not published widely, was also helpful in the study. The demographic processes over recent years suggest that the population figures in the Carpathian region will fall permanently over the next few decades. Neither migration gains due to EU accession nor the consistently high birth surp lus among the Roma population will probably be sufficient to stall these processes. The increasing loss of ethnic affiliation and the weakening of ethnic identity, especially among the population in urban areas, are predictable repercussions of globalisation. One can also assume that due to the regional concentration of the ethnic groups, assimilation and natural depopulation, the numbers and sizes of the ethnic groups will continue to fall. Several prognoses have been voiced with regard to the development of the Roma population (with a high fertility rate) (e.g. HABLICSEK 2000; VAŇO 2002). They assert that one cannot exclude the possibility that 3.6 million Roma will live in the Carpathian region in 2050. (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter minority; identity; ethnicity; gipsy; nationality; transformation; Southeastern Europe; population development; national development; demography; ethnic group; mother tongue
Klassifikation Raumplanung und Regionalforschung; Migration; Ethnologie, Kulturanthropologie, Ethnosoziologie
Freie Schlagwörter Entnationalisierung
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2004
Seitenangabe S. 173-179
Zeitschriftentitel Europa Regional, 12.2004 (2004) 4
Heftthema Die Karpaten: das östliche Nachbargebirge der Alpen
ISSN 0943-7142
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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