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Greek Thrace: a region populated by Christians and Muslims in the European Mediterranean

Griechisch-Thrakien: eine von Christen und Muslimen bewohnte Region im europäischen Mittelmeerraum
[Zeitschriftenartikel]

Kandler, Hermann

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-48097-0

Weitere Angaben:
Abstract Seit dem Vordringen der Osmanen auf europäisches Territorium im 14. Jahrhundert konnte sich im Südosten des Kontinents eine islamisch geprägte Bevölkerung etablieren, die über Jahrhunderte diesen Raum prägten. Erst seit der Gründung überwiegend christlich ausgerichteter Nationalstaaten auf dem Balkan seit dem 19. Jahrhundert wurden die islamischen Bevölkerungsgruppen mit ethnisch-türkischer Ausrichtung zu Minderheiten, deren Beziehungen zu den mehrheitlich christlich geprägten Nominalvölkern aufgrund regionaler historischer Entwicklungen oftmals schwierig sind. Die Muslime in Griechisch-Thrakien, vom Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei 1923 ausgenommen, blieben in den folgenden Jahrzehnten dabei immer politischer Spielball Griechenlands und der Türkei. Die Betonung des Türkischen in der Minderheit erweckte bei den Griechen immer wieder das Bild der Minderheit als fünfte Kolonne der Türkei, was besonders während der Militärdiktatur (1967-1974) und darüber hinaus zu Einschränkungen der Minderheitenrechte führte. Nach dieser Phase der Repressionen gelang es der Minderheit sich in der Weltöffentlichkeit Gehör zu verschaffen und mithilfe internationaler Organisation wie der EU, Griechenland zum Überdenken seiner Minderheitenpolitik zu bewegen. Der Prozess der Gleichstellung von Christen und Muslimen in Thrakien ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Das christlich-muslimische Thrakien zeigt, welche spezifischen Beziehungsmuster sich in einer gemischtreligiösen Bevölkerung entwickeln können, die sich in charakteristischer Weise von monoreligiösen oder geschlossenen Gemeinschaften abheben. Somit lässt sich die indigene muslimische Bevölkerung in Thrakien nicht mit westeuropäischen Migrantengesellschaften vergleichen, allein, weil die thrakischen Muslime wie ihre christlichen Mitbürger die Region als ihre Heimat empfinden und somit ein anderes Selbstverständnis ausbilden konnten als z.B. muslimische Migranten in Westeuropa. (Autorenreferat)

After the Ottomans advanced into European territory in the 14th century, an Islamic population was able to establish itself in the south-east of the continent and shaped the region for centuries. It was not until the largely Christian national states were established in the Balkans as of the 19th century that the Islamic population groups with Turkish ethnicity became minorities whose relationships with the Christian majority are often difficult owing to historical regional developments. The Muslims in Greek Thrace remained a political football for Greece and Turkey in the decades that followed, with the exception of the population exchange between Greece and Turkey in 1923. The emphasis on Turkish in the minority repeatedly revived the image of the minority as fifth columnists for Turkey among the Greeks, which resulted in curtailments of the minority's rights, particularly during the military dictatorship (1967-1974) and beyond. After this phase of repression, the minority succeeded in gaining an audience in the world's public and getting Greece to rethink its minority policy with the help of international organisations and the EU. However, the process of achieving equal treatment for Christians and Muslims in Thrace is not finished yet. Christian-Muslim Thrace shows the specific relationship patterns that can develop in a mixed-religion population, which have different characteristics from mono-religious or closed communities. This means that the indigenous Muslim population in Thrace cannot be compared to Western European migrant societies because both the Muslims in Thrace and their Christian compatriots see the region as their homeland and have therefore been able to develop a different identity from that of Muslim migrants in Western Europe, for example. (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter Muslim; Christianity; Islam; Greece; Turkey; population group; ethnic group; affirmative action; migration; historical development; minority policy; self-concept
Klassifikation Migration; Ethnologie, Kulturanthropologie, Ethnosoziologie; Raumplanung und Regionalforschung
Sprache Dokument Englisch
Publikationsjahr 2007
Seitenangabe S. 75-86
Zeitschriftentitel Europa Regional, 15.2007 (2007) 2
Heftthema The Mediterranean
ISSN 0943-7142
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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