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The classification of "migrants" as a discursive practice in public health: a sociology of knowledge approach

Die Klassifikation von "Migrant/innen" als diskursive Praxis in public-health-Diskursen: eine wissenssoziologische Betrachtung
[Arbeitspapier]

Scott, Penelope; Odukoya, Dennis; Unger, Hella von

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(externe Quelle)

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://hdl.handle.net/10419/96511

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH
Abstract This paper reflects on the classification and social categorization of ethnically diverse populations as a discursive practice in the production of knowledge by state institutions in the field of public health. It begins by providing an overview of the terms migrant and ethnicity in public health reporting and by comparing examples of ethnicity and migration-related categories used in tuberculosis (TB) and HIV/AIDS health reporting classification systems in the United Kingdom and Germany. It reviews sociology of knowledge studies focusing on classification and the social construction of medical knowledge to highlight why a sociological perspective on the categories used in public health classifications is a productive line of enquiry. In this regard, an aim of the paper is to discuss the theoretical underpinnings of the DFG-funded project Changing Categories: Migrants in epidemiological, preventive and legal discourses on HIV and tuberculosis - A discourse analysis comparing Germany and the UK. The paper creates a context for understanding the socio-historical processes implicit in the construction of public health classification systems and their constituent categories by discussing, from a Foucauldian perspective, how the classification and social categorization of migrants are implicated in the governmentality of immigration. More specifically, it will consider the biopolitical function of public health and the exclusionary/inclusionary paradox in public health discourses on migrants and communicable diseases. The paper then discusses classification, identification and categorization as social processes to draw attention to the complexity of classification work and the constructedness of categories as knowledge practices. The final section of the paper draws on the Sociology of Knowledge Approach to Discourse Analysis (Keller 2013) to show how this research programme offers useful methodological tools to reconstruct processes and practices associated with meaning and knowledge production in an institutional field such as public health. By referring to the UK and German health reporting examples, it further reflects on how classification produces knowledge claims that are grounded in prevailing socio-historical conditions but which are potentially unstable and open to contestation by other actors. (author's abstract)

Das vorliegende Diskussionspapier befasst sich mit Klassifikation und sozialer Kategorisierung als diskursiven Praktiken der Wissensproduktion von staatlichen Institutionen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Migrantinnen und Migranten im Public-Health-Bereich als eine besondere Gruppe konstruiert und erfasst werden, die sich vom Rest der Bevölkerung unterscheidet. Zunächst wird ein Überblick zur Verwendung der Begriffe Migrant/in und Ethnizität in der Gesundheitsberichterstattung gegeben. Es werden Beispiele für ethnizitäts- bzw. migrationsbezogene Kategorien in der Berichterstattung zu Tuberkulose und HIV/Aids aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich angeführt. Daraufhin wird gezeigt, wie sich eine wissenssoziologische Perspektive auf diese Kategorien darstellt und welche Anknüpfungspunkte bestehende soziologische Arbeiten zu Klassifikation und sozialer Konstruktion medizinischen Wissens bereithalten. Ziel dieses Beitrags ist es, einige theoretische Vorannahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts Kategorien im Wandel: Migrant/innen in epidemiologischen, präventiven und rechtlichen Diskursen zu HIV und Tuberkulose. Ein Ländervergleich (D/GB). zur Diskussion zu stellen. Dieser Beitrag möchte den Blick für die sozio-historischen Prozesse schärfen, die der Konstruktion von Public-Health-Klassifikationssystemen zu Grunde liegen. Dabei werden Klassifikation und soziale Kategorisierung von Migrant/innen mit Michel Foucault als gouvernementale Praktiken im Umgang mit Migration begriffen. Insbesondere werden die biopolitische Funktion von Public-Health und das Exklusion/Inklusion-Paradox in Public-Health-Diskursen zu Migration und übertragbaren Infektionskrankheiten diskutiert. Die theoretische Rahmung von Klassifikation, Identifikation und Kategorisierung als sozialen Prozessen lässt die Komplexität von Kategorisierungsarbeit nachvollziehbar werden und erlaubt es die soziale Konstruktion von Kategorien als diskursive Praktik der Wissensproduktion zu begreifen. Im letzten Abschnitt wird ein durch die Wissenssoziologische Diskursanalyse (Keller 2013) informierter Zugang vorgestellt, wobei gezeigt wird, wie sich die methodologische Herangehensweise dieses Forschungsprogramms zur Rekonstruktion von Praktiken der Bedeutungs- und Wissensproduktion im Public-Health-Bereich als hilfreich erweist. Unter Bezugnahme auf die Gesundheitsberichterstattung in Deutschland und dem Vereinigten Königreich wird schließlich davon ausgegangen, dass Klassifikation Wissen erzeugt, das in spezifischen sozio-historischen Voraussetzungen begründet ist, gleichzeitig jedoch stets nur vorläufig und umstritten ist, d.h. von verschiedenen Akteuren in Frage gestellt wird.
Thesaurusschlagwörter knowledge; knowledge production; classification; migrant; ethnicity; health; AIDS; health report; institution; national state
Klassifikation Wissenssoziologie; Migration
Freie Schlagwörter Tuberkulose
Sprache Dokument Englisch
Publikationsjahr 2014
Erscheinungsort Berlin
Seitenangabe 25 S.
Schriftenreihe Discussion Papers / Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Forschungsschwerpunkt Gesellschaft und wirtschaftliche Dynamik, Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik, SP III 2014-601
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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