Export für Ihre Literaturverwaltung

Übernahme per Copy & Paste
Bibtex-Export
Endnote-Export

       

Weiterempfehlen

Bookmark and Share


Ambivalente Identifikationsräume in der Westukraine: das Phantom der alten Grenze am Zbruč

Ambivalent identification areas in western Ukraine: the phantom of the old border on the Zbruč
[Zeitschriftenartikel]

Löwis, Sabine von

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-459989

Weitere Angaben:
Abstract Der Beitrag befasst sich mit der aktuell vielfach diskutierten Teilung der Ukraine und untersucht sie aus kulturgeographischer Perspektive. In Medien, Wissenschaft und Politik wird die Ukraine in verschiedene Regionen aufgeteilt, die häufig an ehemaligen imperialen und nationalstaatlichen Grenzen ausgerichtet werden. Eine solche historisierende Vorgehensweise liegt angesichts bestimmter augenfälliger räumlicher Differenzen, z.B. in Wahlergebnissen, durchaus nahe. Anhand von Symbolen und Denkmalen in zwei Dörfern in der Westukraine werden dagegen ambivalente Identifikationsräume und ein mehrschichtiger Umgang mit Geschichte in den Dorfgemeinschaften herausgearbeitet. Es wird gezeigt, dass kulturelle Differenz mitunter aus nationaler Erinnerungspolitik erst entsteht. Sie wird von Bewohnern reproduziert und dient der Identifikation. Andererseits zeigt sich das individuelle sowie lokal-kommunikative Gedächtnis als weitaus komplexer und ambivalenter denn solche nationalen Narrative und widerspricht diesen zum Teil. Kulturzentrierte Regionalforschung muss daher, will sie zum Verständnis räumlich-historischer Phänomene beitragen, einen Blick auf die konkreten lokalen Kontexte der jeweils symbolisierten Ereignisse und Interpretationen werfen, will sie nicht scheinbar statisch-essentialisierende Vorstellungen des Wesens von Regionen reproduzieren. (Autorenreferat)

The contribution deals with the currently often discussed separation of Ukraine and its investigation from the perspective of culture-centred spatial research. Media, science and politics divide Ukraine into various regions whose boundaries are often the former borders of empires or nations. This also suggests certain territorially conspicuous phenomena such as election results. In the context of this study these phenomena are called phantom borders. With the help of symbols and monuments in villages on the river Zbruč in western Ukraine, which is also often regarded as a potential cultural dividing line between cultural regions in Ukraine, light is shed on ambivalent identification areas and how history is dealt with. It shows that on the basis of national politics of remembrance, a spatial cultural difference is created, which is reproduced by the inhabitants and with which they also identify. However, it also demonstrates that culture-centred regional research to understand such phenomena must also look at the specific local conditions of the events being symbolised in order not to reproduce the apparently static-essentialist perceptions of regions. (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter zone; Ukraine; cultural identity; symbol; reminiscence; historical development; regional development; cultural geography
Klassifikation Raumplanung und Regionalforschung
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2015
Seitenangabe S. 148-162
Zeitschriftentitel Europa Regional, 22.2014 (2015) 3-4
Heftthema Zur Zeitlichkeit räumlicher Konstrukte: Grenzen und Regionen in Vergangenheit und Gegenwart
ISSN 0943-7142
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
top