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Machtprestige als Motiv des saudischen Krieges im Jemen

[Arbeitspapier]

Darwich, May

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-445271

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber GIGA German Institute of Global and Area Studies - Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien, Institut für Nahost-Studien
Abstract Am 26. März 2015 begann Saudi-Arabien, Luftangriffe auf den Jemen zu fliegen mit dem Ziel, die Herrschaft des geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansour Hadi wiederherzustellen. Die tatsächlichen Beweggründe für den saudischen Kriegseintritt bleiben bislang im Dunkeln. Studien zum Ausbruch von Kriegen basieren vornehmlich auf der Prämisse rational Handelnder, die materielle Ziele verfolgen. Indessen ist das saudische Motiv für seine Intervention im Jemen "Machtprestige". Saudi-Arabien will seine Führungsrolle im Nahen Osten etablieren und stärken. Die Saud-Dynastie war während der letzten Jahrzehnte eher für ihre vorsichtige Außenpolitik bekannt. Die Intervention im Jemen belegt dagegen ein zunehmend militärisches Selbstbewusstsein, um auf regionaler und internationaler Ebene einen Zuwachs an Prestige zu erlangen. Diese Politik stellt jedoch ein gefährliches Wagnis für die Stabilität des Königreichs dar. Konventionelle Erklärungen für einen Kriegsausbruch greifen zu kurz, um das saudische Motiv für den Angriff auf seinen stark geschwächten und politisch gespaltenen Nachbarn zu erklären. In staatseigenen Medien stellt Saudi-Arabien seine Militärintervention als einen Stellvertreterkrieg gegen den Iran entlang des konfessionellen Sunna-Schia-Gegensatzes dar. Es gibt jedoch keinen Hinweis darauf, dass Iran im Jemen militärisch involviert ist. Zudem lässt sich der Konflikt nicht auf einen rein konfessionellen Gegensatz reduzieren. Der gegenwärtige Jemen-Krieg verdeutlicht, dass Saudi-Arabien bestrebt ist, als eine regionale Führungsmacht anerkannt zu werden. Der neue König Salman, der im Januar 2015 auf seinen verstorbenen Bruder Abdullah folgte, versucht durch seine Machtdemonstration gegen das militärisch weit unterlegene Nachbarland, Machtprestige zu erlangen. Er will demonstrieren, dass das Königreich die Destabilisierung von befreundeten Regimen nicht toleriert. Mittel- und langfristig ist nicht auszuschließen, dass sich der Jemen-Krieg negativ auf die Stabilität der Identität des Königreichs auswirken wird.
Thesaurusschlagwörter Saudi Arabia; Yemen; international leading power; military intervention; power politics; Middle East; political stability; warfare; conflict management; non-intervention
Klassifikation Friedens- und Konfliktforschung, Sicherheitspolitik
Freie Schlagwörter Huthi-Bewegung
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2015
Erscheinungsort Hamburg
Seitenangabe 8 S.
Schriftenreihe GIGA Focus Nahost, 6
ISSN 1862-3611
Status Veröffentlichungsversion; nicht begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
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