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Macht Arbeit frei? Ein Versuch über den Wert der Erwerbsarbeit

Makes work freely? An attempt on the value of paid work
Nous fait travailler librement? L'attentat à la valeur du travail rémunéré

Kloss, Oliver

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-439640

Weitere Angaben:
Abstract Während in griechisch-römischer Antike Arbeit und Freiheit einander ausschlossen, gilt heute den Nicht-Wohlhabenden der Ausschluss aus der Erwerbsarbeit als Verlust von Selbstbestimmung. Funktion und Wert von Arbeit sind abhängig von der Machtstreuung vs. -konzentration jeweiliger Gesellschaften. Nicht-kapitalistische Machtstrukturen erzwingen Arbeit durch materielle Not bzw. außerökonomisch zum Zwecke der Sozialdisziplinierung. Kapitalismus ist zum Siege gelangt, wo Arbeit knapp und daher teuer – für die Armen zum Modus der Teilhabe am Wohlstand – werden konnte. Zuerst erkannten Nietzsche und Lafargue, dass die aus Not zur Tugend gelogene „Arbeitsmoral“ die Arbeitenden in ihrem Kampfe um die Preissteigerung für Arbeit nie mehr als hindern kann. Seit Keynes ist die Funktionsweise des Kapitalismus bekannt: Vollbeschäftigung ist Bedingung der Möglichkeit, damit Arbeit im Konflikt mit dem Kapital zu Verhandlungsmacht gelangen kann. Die von Marxisten ersehnten Krisen des Kapitalismus sind durch staatliche Maßnahmen und wohlfahrtsstaatliche Umverteilung prinzipiell politisch regulierbar. Wer aber öffentlich der politökonomischen Aufklärung dient, befähigt auch deren Widersacher dazu, sich an ihr zu bilden, die Konter-Strategie entlang ihrer Erkenntnisse gegenläufig auszurichten. Neoliberalismus lässt sich als politischer Anti-Liberalismus verstehen, offensiv gegen den Sozialstaat wie den gesamten Kulturbereich gerichtet, der mehr als nur boulevardeske Unterhaltung ist. Ob Schrumpfung des öffentlichen Dienstes, Privatisierung kollektiver Güter oder Steuersenkungen für Vermögende, letztlich geht es um die Steigerung ungleicher Verteilung finanzieller Verfügungsrechte. Dem korrespondiert die Zersetzung demokratischer Steuerung durch Entpolitisierung: Wenn es gelingt vermeintliche Sachzwänge politisch glaubwürdig zu inszenieren, erscheint gleichgültig, welche Regierung angeblich nichts mehr zu entscheiden hat, weil sie den Haushalt konsolidieren müsse etc. etc. Hohe Arbeitslosigkeit ist für den Erfolg neoliberaler Strategie entscheidend. Sie spaltet die abhängig Beschäftigten in realiter machtlose Arbeitslose (sie können nicht einmal streiken) und angesichts der Arbeitslosigkeit verängstigte Arbeitende (die sich aller Forderungen enthalten). Arbeit und Lohn bleiben Verteilungsprobleme. Die Zukunft bietet die Alternativen, hinter den bewussten kapitalistischen Fortschritt zurückzufallen oder auf dessen Grundlage das Otium der Edlen für alle zu erkämpfen.
Thesaurusschlagwörter German Democratic Republic (GDR); GDR research; activating labor market policy; Labor Service (Third Reich); forced labor; Keynes, J.; Keynesianism; labor; labor movement; citizen of the USSR; gainful work; Marxism-Leninism; Marx, K.; Nietzsche, F.; welfare; fascism; neoliberalism; capitalism; market saturation; productivity; neoclassical theory
Klassifikation Arbeitsmarktpolitik; Wirtschaftssoziologie; Volkswirtschaftstheorie; Generelle Theorien der Sozialwissenschaften
Freie Schlagwörter Elsenhans; Zinn; Wittfogel; Lafargue
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2010
Verlag Grin
Erscheinungsort München
Seitenangabe 40 S.
ISBN 978-3-640-74411-4
Status Veröffentlichungsversion; nicht begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Keine Bearbeitung
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