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Wem gehört die Straße? Genealogie der Nutzerrechte in Wiens Straßen

Who ›Owns‹ the Street? Genealogy of Users´ Rights Relating to Vienna´s Streets
[Zeitschriftenartikel]

Psenner, Angelika

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-437076

Weitere Angaben:
Abstract The analysis of the historical development of users’ rights in the Viennese context reveals the following: legislation shifted away from an initial emphasis on protection of people and was soon rewritten to protect vehicle traffic. In fact, the National Socialist street ordinance – which was enacted in Austria in the year 1938 – provided the most significant shift in the hierarchy of street users. While this development was a response to the general increase of motorized traffic, the shift of emphasis was accomplished through legislative means. Postwar regulations called for »care, caution, and attention«, but nevertheless remained primarily fixed on the protection of traffic. It was not until 1960 that the so-called cautionary rule was rephrased, and the human being once again moved into the centre, replacing traffic as the focus of attention. By this even the current traffic ordinance, and with it the rights to use public street space, are rooted in a system of values that privileged the ideal of a »Gesamtvolkssinn« over the rights and the protection of individuals. (author's abstract)

In der historischen Entwicklung der Wiener Straßennutzungsregelung lässt sich ein Abdriften konstatieren: von einer anfänglich klar Personenschutz-bezogenen Gesetzgebung in Richtung Schutz des technischen, fließenden Fahrzeug-Verkehrs. Den größten Schnitt in der Hierarchisierung der verschiedenen VerkehrsteilnehmerInnen auf Wiens Straßen brachte die Einführung der nationalsozialistischen Straßenverkehrsordnung im Jahr 1938. Sicherlich muss die Zunahme des Kfz-Verkehrs als Grundlage dieser Entwicklung gesehen werden, die eigentliche Umgewichtung wurde jedoch deutlich durch die Gesetzgebung verursacht. Zwar rief die Nachkriegsregelung zu Rücksicht, Vorsicht und Aufmerksamkeit auf, doch wurde jene, unter dem Nationalsozialismus hervorgebrachte unbedingte Zuwendung und Bevorrechtung des Kfz-Verkehrs weiterhin beibehalten. Auch die aktuell gültige StVO und damit die Benutzungsrechte für den öffentlichen Straßenraum gehen also auf ein Wertesystem zurück, in dem die Rechte des einzelnen Menschen vor der alles überragenden Idee des »Gesamtvolkssinns« verblassten. (Autorenreferat)
Thesaurusschlagwörter Austria; Vienna; road traffic regulations; legislation; historical development; motor vehicle; pedestrian; road traffic; passenger traffic; road user; transportation policy; social norm; collectivism; individualism; city traffic
Klassifikation Verkehrssoziologie
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2013
Seitenangabe S. 131-159
Zeitschriftentitel SWS-Rundschau, 53 (2013) 2
ISSN 1013-1469
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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