Weiterempfehlen

Bookmark and Share


Zur Diskurs- und Dispositivanalyse des kollektiven Gedächtnisses als Antwort auf einen öffentlichen Krisenzustand : zwischen Habermas und Foucault

Discourse and dispositive analysis of collective memory as a response to public crisis : between Habermas and Foucault
Análisis de discurso y dispositivos de la memoria colectiva como una respuesta a la crisis pública : entre Habermas y Foucault
[Zeitschriftenartikel]

Nowicka, Magdalena

fulltextDownloadVolltext herunterladen

(externe Quelle)

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs1401228

Weitere Angaben:
Abstract "Der kommunikativ-produktive Charakter des kollektiven Gedächtnisses basiert auf einem Ausschluss von 'beschämender' Vergangenheit. Für Habermas besteht der Kampf um einen kommunikativen Raum in der Abgrenzung zwischen Wirtschafts- und Herrschaftsmacht und 'Gewalten der gesellschaftlichen Integration' wie z.B. dem kollektiven Gedächtnis. Für Foucault ist jedoch das kollektive Gedächtnis ein Produkt der ökonomisierten gesellschaftlichen Integration. Seine Kategorie 'Dispositiv' bezeichnet die Machtproduktionsbeziehungen, die zwischen diskursiven und nicht-diskursiven Elementen der gesellschaftlichen Realität entstehen können. Seine Aufgabe ist es, die Normalisierung einer öffentlichen Gedächtniskrise zu aktivieren. Der vorliegende Beitrag versteht sich als Einführung in die Foucaultsche Diskurs- und Dispositivanalyse im Feld des kollektiven Gedächtnisses. Das Dispositiv des kollektiven Gedächtnisses wird am Beispiel einer empirischen Studie aufgezeigt, und zwar am innerpolnischen Streit um Jan T. Gross und seine Bücher, in denen er der polnischen Bevölkerung Mord an ihren jüdischen MitbürgerInnen sowie allgemeinen Antisemitismus vorwirft. Das Grundmittel zur Beherrschung der 'beschämenden' Vergangenheit ist ihre 'Selbst-Annullierung' mithilfe diskursiver und nicht-diskursiver Praktiken des Ungültigmachens sowie medialer Mechanismen der Öffentlichkeit. Die Perspektive FOUCAULTs bietet jedoch im Gegensatz zu der von Habermas keine Hinweise darauf, wo die konstruktiven Aspekte der Debatten um die Vergangenheit anzusetzen wären. Trotz der weitreichenden Unterschiede zwischen Habermas und Foucault ist die Konfrontation der beiden Konzepte von Nutzen, um die Konsequenzen einer kollektiven Gedächtniskrise für den kommunikativen Raum einschätzen zu können." (Autorenreferat)

"The communicative and productive dimensions of collective memory are based on the exclusion of a 'shameful' past. For Habermas the fight for a social communicative space consists of the delimitation between economic power and state authorities, and 'forces of social integration', e.g. collective memory. For Foucault, collective memory is rather a product of economised social integration. His category of the 'dispositive' refers to the production of power relations which could emerge between discursive and non-discursive elements of social reality. Its function is to normalize the public crisis of collective memory. In this article, I discuss Foucault's discourse and dispositive analyses in the field of collective memory. The category of the dispositive of collective memory is applied to a study of a controversy in Poland concerning Jan T. Gross and his books, in which Gross recalls Poles who murdered their Jewish neighbours and discusses anti-Semitism in Poland. The principal way of subduing the 'shameful' past is its 'self-cancellation' by means of discursive and non-discursive practices of invalidation, or media regulation of public space. However, Foucault's perspective does not offer, as opposed to Habermas's, any clue where to search for constructive aspects of public debates on collective memory. Despite profound differences between Habermas and Foucault, confronting both concepts means reflecting on the consequences a public crisis of collective memory may have for the space of social communication." (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter discourse analysis; dispositif; analysis; collective memory; communication; power; antisemitism; Poland; post-socialist country
Klassifikation Forschungsarten der Sozialforschung
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2014
Seitenangabe 25 S.
Zeitschriftentitel Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 15 (2014) 2
ISSN 1438-5627
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet (peer reviewed)
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
top