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Die Slowakei zwischen Annäherung an Moskau und Streben nach Westintegration

Slovakia: between rapprochement with Moscow and the desire for western integratin
[Forschungsbericht]

Samson, Ivo

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-42795

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien
Abstract 'Im Unterschied zur sowjetischen Periode ist die russische Politik 1996 nicht mehr Teil einer imperialen Innenpolitk, sondern einer normalen Außenpolitik. Nach dem jähen Ende der UdSSR Anfang der neunziger Jahre ging das Interesse Rußlands an Ostmitteleuropa, das sich zu dieser Zeit in einigen regionalen Gruppierungen zu profilieren suchte, zurück, da die Russen - als Staatsvolk der UdSSR - ihre Aufmerksamkeit primär auf die zusammenbrechende Sowjetunion richteten. Die regionalen Allianzen der mittel- und ostmitteleuropäischen Staaten (die sog. Quadragonale, Pentagonale, Hexagonale, die Zentraleuropäische Initiative, die Visegrad Gruppe und schließlich die CEFTA) erwiesen sich bald als unfähig, zu einer umfassenden Kooperation zu gelangen und eine institutionell selbständige Existenz neben EG und Osteuropa zu führen. Die praktisch bis 1996 noch relativ gut funktionierenden Gruppierungen, die Visegrad-Gruppe und die sich seit 1995 dynamisch entwickelnde CEFTA, wehren sich - mit Ausnahme der Slowakei - gegen eine Institutionalisierung, weil sie nur als Vorbereitungsmechanismen für die Mitgliedschaft in der EU und der NATO gelten wollen. Als die anfänglich - für die Russen akzeptable - Idee einer Position zwischen den Blöcken aufgegeben wurde, änderte Rußland seine tolerante Außenpolitik der Gorbatschow-Zeit. Seit 1992 versucht es, den außerhalb der GUS verlorenen außenpolitischen Einfluß zurückzugewinnen, wo immer dafür günstige Bedingungen existieren. Auf der Basis einer neuen außenpolitischen Doktrin, die auf militär-politischem Gebiet von einer neuen Militärdoktrin flankiert wird, sucht die russische Diplomatie dies zu unterstützen. Während sich Rußland in Südosteuropa verhältnismäßig erfolgreich auf die Festigung seiner Positionen mittels enger Beziehungen zu Bulgarien konzentrierte, suchte es dieses Ziel in Ostmitteleuropa durch die Slowakei zu erreichen. Die Slowakische Republik schien am ehesten geeignet, die Rolle eines Verfechters russischer Interessen in Ostmitteleuropa zu übernehmen. Von den vier Visegrad-Ländern hat allein die Slowakei keine Tradition der Feindschaft zu Rußland und den Russen. Das ist insbesondere auffällig im Vergleich mit Polen und Ungarn, wo das Mißtrauen gegenüber Rußland tief in das 19. Jahrhundert zurückgeht. In diesen zwei Ländern kann es sich keine politische Elite leisten, der Öffentlichkeit eine prorussische Politik zu präsentieren und ebenso wenig kann sich die Tschechische Republik eine derartige Politik leisten. Tschechien, das bis 1992/93 mit der Slowakei eine Förderation bildete, ist übrigens das einzige Visegrad-Land, das seit der Teilung keine Grenze zu der instabilen Großregion GUS hat. Die Slowakei wird zu guten Beziehungen zur Russischen Förderation auch durch viele andere, hauptsächlich wirtschaftliche Faktoren genötigt. Außerdem gibt es Faktoren politischer Natur, die einen Teil der regierenden Eliten in der Slowakei Rußland attraktiver erscheinen lassen als Westeuropa. Rußland ist heute nicht mehr in der Lage, die Visegrad-Länder direkt zu kontrollieren, weil die ostmitteleuropäischen Staaten mit der Ausnahme der Slowakei 1996 als Kandidaten der ersten Welle für die Mitgliedschaft in EU und NATO gelten. Da das Verhindern der Integration dieser Länder in die westlichen Integrationsstrukturen zu den offiziellen Zielen Rußlands gehört, kommt die slowakische Bereitschaft zur Zusammenarbeit der Russischen Förderation sehr gelegen. Eine fundamentale Wende in den slowakisch-russischen (im Gegensatz zu den tschechoslowakisch-russischen) Beziehungen fand schon im ersten Jahr der slowakischen Selbständigkeit statt, d. h. 1993, als die Beziehungen eine vertragliche Grundlage erhielten, deren Tiefe in den anderen Visegrad-Staaten ohne Parallele sind. Diese in Ostmitteleuropa in der Zeit nach dem Regimewechsel Ende der achtziger Jahre beispiellose Annäherung steht im Widerspruch zu dem erklärten Bemühen um Integration zu EU und NATO.' (Autorenreferat)

'Russian foreign policy today is no longer part of an imperialist domestic policy, as it was during the Soviet period, but resembles the foreign policy of any normal state. Following the abrupt end of the USSR at the begining of the 1990s, Russia's interest turned once again to East Central Europe, which at that time was attempting to create a new image for itself by forming a number of regional groupings of states. (Prior to that, the Russians, as a constituent nation of the USSR, had been chiefly preoccupied with the collapsing Soviet Union). The regional alliances of the Central and East European states (the so-called Quadragonal, Pentagona, Hexagonal, the Central European Initiative, the Visegrad Group and CEFTA) soon proved to be incapable of extensive co-operation or of forging an independent existence as institutions that were distinct from both the European Community and Eastern Europe. Two of these groups - the Visegrad Group and CEFTA, which began to undergo a dynamic development after 1995 - continued to function well practically until 1996. But, with the exception of Slovakia, they resisted institutionalisisation, wishing to be regarded merely as preparatory mechanisms for membership of the EU and NATO. When they dropped their idea, acceptable to the Russians, of occupying a position between East and West, the Russian response was to abandon its tolerant foreign policy stance of the Gorbachev era. Since 1992 Russia has tried whereever conditions seemed favourable to regain lost political influence outside the CIS, and on the basis of a new foreign policy doctrine, which is paralleled by a new military doctrine, Russian diplomacy has tried to support this ambition. While in South-eastern Europe Russia has concentrated - with a fair degree of success - on consolidating its position by cultivating closer relations with Bulgaria, in East Central Europe it has attempted to use Slovakia for the same purpose. The Slovak Republic seemed to be the most suitable candidate to assume the role of defender of Russian interests in East Central Europe. Of the four Visegrad countries, only Slovakia has no tradition of animosity towards Russia and the Russians. By contrast, Polish and Hungarian mistrust of Russia stretches back well into the nineteenth century. No political elite in either of those two countries can afford to be seen publicly as pro-Russian. The same goes for the Czech Republic, which, incidentally, is now (following the break-up of the Czechoslovak federation in 1992/93) the only Visegrad country that has no common border with the unstable CIS region. Slovakia is also constrained by a number of other factors, mainly economic, to remain on good terms with the Russian Federation. Finally, there are a number of political reasons why part of the ruling elite in Slovakia perceives Russia as a more desirable partner than Western Europe. Today, Russia is no longer in a position to exercise direct control over the Visegrad countries, since these states, with the exception of Slovakia, are now considered to be among the top candidates for membership of the EU and NATO. Given that preventing the integration of these countries in Western structures is one of Russia's declared foreign-policy goals, Slovakia's willingness to co-operate with the Russian Federation is highly opportune. A fundamental change in Slovak-Russian (as opposed to Czechoslovak-Russian) relations took place during the first year following Slovak independence, 1993, when those relations were legally underpinned by treaties the far-reaching nature of whose provisions was without parallel in the other Visegrad states. This rapprochement, the like of which has not been seen in East Central Europe since the political changes of the late 1980s, stands in contradiction to Slovakia's declared endeavours to become integrated in the EU and NATO.' (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter foreign policy; international relations; international cooperation; East-West relations; Russia; Slovakia; USSR successor state; post-socialist country
Klassifikation internationale Beziehungen, Entwicklungspolitik
Methode deskriptive Studie
Freie Schlagwörter Russische Föderation; Bilaterale internationale Beziehungen; Regionale Außenpolitik einzelner Staaten; Außenpolitische Strategie; Doppelstrategie; Außenpolitische Interessen; Außenwirtschaftliche Interessen
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 1997
Erscheinungsort Köln
Seitenangabe 42 S.
Schriftenreihe Berichte / BIOst, 2-1997
Status Veröffentlichungsversion; nicht begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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