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Ökonomisches Kapital der Eltern und Medizinstudium im Ausland: wie Europäisierungs- und Globalisierungsprozesse die Reproduktion sozialer Ungleichheiten verändern

[Arbeitspapier]

Gerhards, Jürgen; Németh, Boróka

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-427125

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Freie Universität Berlin, FB Politik- und Sozialwissenschaften, Institut für Soziologie Arbeitsbereich Makrosoziologie
Abstract "Die Bildungssoziologie hat in einer Vielzahl von Studien gezeigt, dass nicht nur der Übergang von der Schule zur Hochschule, sondern auch die Wahl vor allem prestigereicher Studienfächer – wie z.B. Medizin – vom sozialen Hintergrund der Eltern geprägt wird. Da die Vergabe der Studienplätze in der Medizin aber in erster Linie von den Leistungen der Schüler gemessen durch die Abiturnote abhängig ist, wirkt sich der soziale Hintergrund nur vermittelt über die Abiturleistungen auf die Möglichkeit aus, Medizin zu studieren. Im Kontext von Globalisierungs- und Europäisierungsprozessen haben sich die Möglichkeiten, auch ohne sehr gute Abiturleistungen Medizin zu studieren, verändert. In einigen, vor allem mittel- und osteuropäischen Ländern sind medizinische Fakultäten entstanden, die ein Medizinstudium in deutscher oder englischer Sprache anbieten. Die Studienabschlüsse werden europaweit und damit auch in Deutschland anerkannt. Im Unterschied zu einem Medizinstudium in Deutschland ist der Zugang zu den ausländischen Universitäten aber nicht von der Abiturnote abhängig, sondern von der Fähigkeit, hohe Studiengebühren bezahlen zu können. Der Artikel vergleicht den sozialen Hintergrund von Medizinstudierenden in Deutschland mit deutschen Medizinstudierenden in Ungarn. Die Analyse zeigt, dass der Anteil der Studierenden, die aus höheren Schichten kommen, in Ungarn nochmals deutlich höher ist, als bei deutschen Medizinstudierenden. Das Studium in Ungarn dient vor allem der unmittelbaren Reproduktion des Berufes der Eltern: Bei 57,6% der deutschen Studierenden in Ungarn übt eines der Elternteile selbst den Arztberuf aus. Das Beispiel des Medizinstudiums im Ausland illustriert dabei ein allgemeines Phänomen. Europäisierungs- und Globalisierungsprozesse haben die Möglichkeiten der Reproduktion sozialer Ungleichheit verändert; es sind vor allem die oberen Schichten, die von der nationalstaatlichen Öffnung profitieren. Der Fall des Medizinstudiums deutscher Studierender im Ausland illustriert, wie unter veränderten Rahmenbedingungen das ökonomische Kapital der Eltern unmittelbar in die Chance des Kindes, ein knappes Bildungszertifikat (kulturelle Kapital) zu erwerben, konvertiert werden kann." (Autorenreferat)

"In a variety of studies, the sociology of education has shown that not only the transition from school to university is influenced by one’s social background, but also the choice of fields of study - especially when it comes to those ones that are rich in prestige, e.g. medicine. Since university places in medicine are primarily allocated based on pupils' school achievements (as measured by the final school exam grade or 'Abiturnote'), social background only has an indirect effect on the possibility to study medicine. Due to globalization and Europeanisation processes, however, the chances to study medicine even without excellent exam grades have changed. In some countries, especially in Central and Eastern Europe, medical faculties that offer medical studies in German or English have come into existence. These degrees are accepted throughout Europe, and thus also in Germany. Unlike medical studies in Germany, access to these foreign universities is not dependent on the final school exam grade, but on the ability to pay high tuition fees. The article compares the social background of medicine students in Germany with German medicine students in Hungary. The analysis shows that the percentage of medicine students who come from higher social classes is even higher in Hungary than it already is in Germany. Studying medicine in Hungary primarily serves as an immediate reproduction of the parents' profession: 57.6 per cent of German medicine students in Hungary have a parent who belongs to the medical profession. The example of studying medicine abroad illustrates a more general phenomenon. Processes of Europeanisation and globalization have changed the possibilities for reproducing social inequality. Above all, it is the higher social classes which profit from the opening‐up of national education systems. The case of German students studying medicine abroad shows how, under such changed parameters, economic capital can be directly converted into chances of achieving a scarce educational certificate (cultural capital)." (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter choice of studies; subject of study; studies (academic); foreign countries; social background; microeconomic factors; educational opportunity; social inequality; Europeanization; globalization; university admission; tuition fee; Federal Republic of Germany; Hungary
Klassifikation Bildungs- und Erziehungssoziologie; Bildungswesen tertiärer Bereich
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2015
Erscheinungsort Berlin
Seitenangabe 24 S.
Schriftenreihe Berliner Studien zur Soziologie Europas / Berlin Studies on the Sociology of Europe (BSSE), 34
Status Veröffentlichungsversion
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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