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Doing business in disputed regions: a proposal for a new focus on private sector support for state building

Die Rolle von Unternehmen in Räumen umstrittener Staatlichkeit
[Arbeitspapier]

Sandschneider, Eberhard

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-425710

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V.
Abstract "Funktionierende Staatlichkeit ist eher die Ausnahme als die Regel in der Staatenwelt des frühen 21. Jahrhunderts. Schwache und zerfallende Staaten sowie völkerrechtlich umstrittene Gebiete gehören infolgedessen zu den größten Herausforderungen in der internationalen Politik in allen Fragen des wirtschaftlichen Aufbaus, aber auch der globalen Sicherheit. Die vergessene Dimension dieser Diskussion berührt die Frage, welche Rolle unternehmerische Aktivitäten in diesem Kontext spielen. Bei völkerrechtlich umstrittenen Regionen handelt es sich um Gebiete, in denen Staatlichkeit nicht eindeutig definiert ist, weil mindestens zwei Souveränitätsansprüche erhoben werden und eine umfassende internationale Anerkennung folglich unterbleibt. Als unmittelbare Folge zeigen solche Regionen immer in unterschiedlicher Weise Formen von Staatsversagen und begrenzter Staatlichkeit, die insbesondere für wirtschaftliche Akteure mit erheblichen Risiken verbunden sind. Unternehmen erweisen sich in solchen Regionen als entscheidende Akteure, um wenigstens ein Mindestmaß an Stabilität im Sinne der Versorgung der Bevölkerung mit Basisdienstleistungen etwa in den Bereichen Infrastruktur, Telekommunikation, Bankwesen und Logistik zu gewährleisten. Diese Stabilisierungsfunktion ist die Voraussetzung für jeden weiterführenden Versuch der externen Beeinflussung und Unterstützung von Staatsbildung oder gar Transformation zur Demokratie. Natürlich gilt dies nur für die Unternehmen, die sich der politischen Konsequenzen ihres Handelns bewusst sind und sich an die entsprechend geltenden globalen Gepflogenheiten und Standards (etwa den "global compact") halten. Für Unternehmen in solchen Regionen ist Erfolg in wirtschaftlich und politisch schwierigen Rahmenbedingungen daran gebunden, dass so lange wie möglich Politikferne praktiziert werden kann, eigene Sozialstandards konsequent und transparent umgesetzt werden, Unterstützung nicht nur im lokalen, sondern auch im regionalen und globalen Rahmen (insbesondere in Fragen der fehlenden Rechtssicherheit) gesucht wird, die Kooperation mit anderen Unternehmen zur erfolgreichen Interessendurchsetzung vor Ort genutzt wird und schließlich ein proaktives Kommunikationskonzept zur Anwendung kommt, das rechtzeitig vor ungerechtfertigter Kritik zu schützen vermag. Um die stabilisierenden Effekte von Unternehmensaktivitäten zu nutzen ist die internationale Staatengemeinschaft gut beraten, wo immer möglich, die Voraussetzungen für größere Rechtssicherheit (etwa bei Fragen der Strafverfolgung unter konkurrierenden Rechtssystemen) zu schaffen. Erst aus dem kooperativen Zusammenwirken zwischen staatlichen Förderaktivitäten, zivilgesellschaftlichem Engagement und unternehmerischer Stabilisierungshilfe werden die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Politik der Unterstützung schwacher und zerfallender Staaten von außen geschaffen." (Autorenreferat)

"Weak states and disputed regions have become one of the predominant challenges for efficient and peaceful cooperation in the early 21st century. Business activities are the forgotten dimension of the debate on sustainable state building efforts. Disputed regions may, therefore, be defined as areas where statehood and international legal recognition are contested and where, as a consequence, different forms of failing statehood prevail. Not all disputed regions are failing or failed states in a strictly political sense, but there is a high likelihood that disputed regions become failed or that failing states turn into disputed regions. The relative neglect of business activities is also a major reason for failing attempts of creating the most basic and necessary requisite of state building: A minimum and reliable setting of livelihood, economic performance and social cohesion are a crucial necessity for stability. Business activities are key to success in stabilizing disputed regions and failing states: For millions of people, basic services helping them to organize their most urgent daily needs are not being provided for by functioning states and state services but by private companies both domestic and international. Without such business activities aimed at improving infrastructure, providing communication services, organizing basic logistic needs or allowing for financial transactions, life in these regions would be even more complicated because states or competing state-like institutions are not able or willing to provide these services. The biggest challenges encountered by external actors in failing or failed states are a lack of legal reliability, uncertain and in some cases high risk security circumstances, dangers of misuse of products, problems with the transfer of corporate governance and in most cases threats to a company's corporate image including the danger of financial losses on third (and usually more important) markets. Successful business strategies in disputed regions should concentrate on avoiding direct political involvement (as long as and whenever possible), on implementing a transparent code of conduct and standards of business behaviour, on seeking support not only from local, but also from regional institutions and international regulatory systems, and finally, on choosing a pro-active communication strategy in order to protect business activities from politically motivated criticism. For international actors and states it is of paramount importance to understand the need to support business activities - both politically and legally in order to provide at least a minimum of protection for agents on the ground." (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter business administration; statehood; Kosovo; Cyprus; Western Sahara; developing country; private sector; risk; strategic planning; failed state; enterprise; development aid; sovereignty; social factors
Klassifikation Staat, staatliche Organisationsformen; Management; internationale Beziehungen, Entwicklungspolitik
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2010
Erscheinungsort Berlin
Seitenangabe 17 S.
Schriftenreihe DGAP-Analyse, 4
ISSN 1611-7034
Status Veröffentlichungsversion
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
Datenlieferant Dieser Metadatensatz wurde vom Sondersammelgebiet Sozialwissenschaften (USB Köln) erstellt.
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