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Auf der Suche nach außenpolitischen Alternativen : die 'Dritte Welt' in den russischen Vorstellungen

In search of foreign policy alternatives : Russia's view of the Third World
[Forschungsbericht]

Alexandrova, Olga

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-42533

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien
Abstract 'Es gibt einen Bereich der russischen Außenpolitik, der bislang weniger Beachtung - im Vergleich z. B. zur russischen Politik gegenüber dem Westen - fand, nämlich die Haltung Rußlands gegenüber der sogenannten Dritten Welt - den Entwicklungsländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas -, einer Region, welche in der sowjetischen außenpolitischen Doktrin einen hohen Stellenwert innehatte. Diese Länder rücken jedoch allmählich wieder ins Blickfeld russischer Politiker und Diplomaten und gewinnen an Bedeutung in den russischen außenpolitischen Vorstellungen. Es wäre zwar übertrieben zu behaupten, daß die Dritte Welt den Stellenwert in der russischen Politik hat, welchen sie in der sowjetischen außenpolitischen Doktrin genoß. Eine russische Politik gegenüber der Dritten Welt gibt es erst in Ansätzen. Aber die Versuche, den russischen Einfluß in manchen Regionen der Dritten Welt bemerkbar zu machen und (wieder)herzustellen, sind bereits unverkennbar. Im Mittelpunkt der vorliegenden Studie steht vor allem die facettenreiche innerrussische Diskussion um die Dritte-Welt-Problematik, sowie deren konzeptionelle Auslegung im Rahmen eines breiteren Diskurses um die russische Identität. Die Bedeutung dieses Diskurses geht über die rein akademischen Grenzen weit hinaus. Erstens schafft er einen bestimmten intellektuellen Hintergrund, eine Stimmung, welche die offizielle Politik direkt oder indirekt beeinflussen. Zweitens sind viele Protagonisten der andauernden Diskussion unmittelbar in der russischen Politik engagiert und bringen ihre Vorstellungen in die tägliche Politik ein. Einer der prominentesten 'Dritte-Welt-Lobbyisten' in der russischen Regierung ist beispielsweise Außenminister Jewgenij Primakow selbst, der vor allem zur arabischen Welt seit Jahrzehnten sehr gute Kontakte aufweisen kann und an der Gestaltung zuerst der sowjetischen, dann der russischen Nahost-Politik direkt beteiligt war und ist. Es muß allerdings bemerkt werden, daß es immer noch keine konsistenten Vorstellungen über die Rolle Rußlands, kein einheitliches Konzept der russischen Politik in der Dritten Welt gibt. Die ganze Diskussion darüber verläuft in einem Kontext - die russische Identität, Rußlands Platz in der Welt -, der genauso widersprüchlich und umstritten ist wie die Politik selbst.' (Autorenreferat)

'There is one area of Russian foreign policy that has so far received little attention compared with, say, Russian policy towards the West. This is Russia's attitude to the so-called Third World, the developing countries of Asia, Africa and Latin America, a region that ranked highly in Soviet foreign policy doctrine. These countries are, however, now gradually coming back into the field of vision of Russian politicans and diplomats and are gaining importance in Russian foreign policy concepts. While it would be an exaggeration to claim that the Third World occupies that the same status in Russian policy as it enjoyed in the Soviet foreign policy doctrine - Russian policy towards the Third World is only just beginning to take shape - one can already discern in some regions of the Third World unmistakable attempts to establish or re-eastablish Russian influence. The main focus of this study is the multi-faceted internal Russian debate on the Third World interpreted in the context of a more general discussion on Russian identity. The significance of this discourse extends far beyond purely academic considerations. First of all it provides a certain intellectual background, a mood that directly or indirectly influences official policy. Secondly, many of those engaged in the on-going discussion are directly involved in Russian politics and thus bring their ideas to bear on a day-to-day basis. One of the most prominent 'Third World lobbyists' in the Russian government, for example, is the foreign minister himself, Evgenii Primakov, whose contacts, particularly with the Arab world, go back several decades. Primakov was also directly involved in shaping first Soviet and then Russian policy towards the Middle East. It should, however, be noted that ideas about Russia's role in the Third World have yet to acquire any kind of consistency and there is still no standard Russian policy towards the Third World. Furthermore, discussion of this issue takes place entirely within the wider context of the question of Russian identity and Russia's place in the world, which contains just as many contradictions and is just as controversial as the policy itself.' (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter foreign policy; Third World; international relations; Russia; USSR successor state; post-socialist country
Klassifikation internationale Beziehungen, Entwicklungspolitik
Methode deskriptive Studie
Freie Schlagwörter Russische Föderation; Regionale Außenpolitik einzelner Staaten; Entwicklungsländer; Bestimmungsfaktoren der Außenpolitik; Außenpolitische Interessen; Außenwirtschaftliche Interessen; Innerstaatliche Diskussion internationaler Politik; Entwicklungsperspektive und -tendenz
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 1996
Erscheinungsort Köln
Seitenangabe 34 S.
Schriftenreihe Berichte / BIOst, 31-1996
Status Veröffentlichungsversion; nicht begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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