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Das Wohnzimmer unter freiem Himmel? : Eine humanistisch-geographische Untersuchung von Treffpunkten der Straßenszene in Kiel-Gaarden

The open-air living room? : A humanist-geographic examination of street-life meeting places in Kiel-Gaarden
[Zeitschriftenartikel]

Kraehnke, Lars

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-424062

Weitere Angaben:
Abstract Der vorliegende Artikel untersucht die Bedeutung öffentlicher Räume für Mitglieder der Straßenszene aus der Perspektive der humanistischen Geographie. Er knüpft dabei an die Feststellung an, dass in aktuellen stadtpolitischen Diskursen um öffentlichen Raum vielfach über, selten jedoch mit den Mitgliedern dieser Szene gesprochen wird und erhebt insofern den Anspruch denjenigen eine Stimme zu verleihen, die bisher nicht oder allenfalls als Problem thematisiert werden. Inhaltlich stehen dabei die Treffpunkte der Straßenszene im Fokus der Untersuchung. Entlang von Yi-Fu Tuans Unterscheidung von Space und Place wird der Frage nachgegangen, wie die Szenetreffpunkte von ihren Besuchern selbst wahrgenommen werden und welche Bedeutung ihnen dadurch im täglichen Leben und Überleben dieser Menschen zukommt. Der Artikel kommt zu dem Ergebnis, dass öffentlicher Raum in seiner Bedeutung für die Mitglieder der Straßenszene über die in der humangeographischen Forschung weithin populären normativen Idealvorstellungen vom für alle zugänglichen Ort von Öffentlichkeit hinausgeht. Im Wege verschiedener Praktiken der Raumaneignung wird er für die Szenemitglieder zu einer Art Wohnzimmer unter freiem Himmel und somit zu einer Form von Home. Wie im Artikel zu zeigen sein wird, ist damit nicht nur die gängige Definition öffentlichen Raumes infrage gestellt, sondern zugleich auch die gebräuchliche Bestimmung des Begriffes Home, der bisher vor allem als strikt von der Sphäre der Öffentlichkeit abgegrenzter Raum der Privatheit und Intimität verstanden wird.

This article analyses the meaning of public space for street drinkers from the viewpoint of humanistic geography. It ties in with the diagnosis that in current public debates on urban planning people talk a lot about, but not with persons that live in these social hotspots. It also claims to give a voice to those who are not perceived yet or who are perceived only as a problem. With regards to content, the street drinker’s meeting points are in the center of attention to the analysis. Following Yi-Fu Tuan’s distinction between space and place, the question is considered how the street drinkers themselves perceive their meeting points and which meaning they possess for the everyday life and survival of these people. The article arrives at the conclusion that public space, for those living rough, is more than the popular normative ideal of an area which can be entered by all people all the time. By way of different practices of space appropriation, public space becomes a kind of living room in the open air, a home. As will be shown in this article, it is not only the usual definition of public space that is questioned but also that of the term home, which was, up to now, reserved for a circumscribed place of privacy and intimacy, strictly distinguished from any public sphere.
Thesaurusschlagwörter public space; homelessness; alcohol consumption; drug use; social relations; spatial orientation; Schleswig-Holstein; Federal Republic of Germany
Klassifikation Raumplanung und Regionalforschung; soziale Probleme
Freie Schlagwörter Straßenszene; Szenetreffpunkte
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2014
Seitenangabe S. 200-213
Zeitschriftentitel Europa Regional, 20.2012 (2014) 4
ISSN 0943-7142
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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