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Altersarmut vermeiden: Mindestlohn ist kein Allheilmittel

[Stellungnahme]

Feil, Michael; König, Marion; Stops, Michael; Walwei, Ulrich

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://hdl.handle.net/10419/89209

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)
Abstract "Um Altersarmut zu begrenzen oder zu vermeiden, schlagen die SPD-Fraktion sowie die Fraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen Änderungen im Rentenversi-cherungsrecht vor. Darüber hinaus kann potenzielle Altersarmut insbesondere durch eine Verbesserung der Arbeitsmarktentwicklung und der individuellen Erwerbsbio-grafien eingedämmt werden. Das IAB äußert sich in seiner Stellungnahme zu den möglichen Nebeneffekten der Vorschläge der Opposition für den Arbeitsmarkt und benennt Möglichkeiten zur Vermeidung von Altersarmut aus der Perspektive der Arbeitsmarktpolitik. Das IAB geht nicht auf die rentenversicherungsrechtlichen Fra-gen im engeren Sinne ein, da das Institut hierzu keine Forschung betreibt. Die Vorschläge in den verschiedenen Gesetzesanträgen an den Deutschen Bun-destag sind aus einer rein verteilungspolitischen Sicht für die Gruppe der Betroffenen nachvollziehbar. Mit ihrer Umsetzung gingen aber zumindest zwei kontraproduktive Effekte für den Arbeitsmarkt einher, die zu bedenken sind. Zum einen würde die Umsetzung der Vorschläge unter sonst gleichen Bedingungen einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf auslösen, dessen Höhe das IAB nicht beziffern kann. Die erforderlichen Mittel wären entweder aus Steuern oder Beiträgen zu bestreiten. Zum anderen können bei den Anreizwirkungen für Beschäftigte und Arbeitslose nicht beabsichtigte Effekte in zweierlei Richtung auftreten. Ähnlich wie bei "großzügigeren" Arbeitslosengeldzahlungen für Langzeitarbeitslose würden die Intensität der Suche und die Konzessionsbereitschaft der Betroffenen unter sonst gleichen Umständen geschwächt. Eine Besserstellung gering entlohnter Zeiten könnte zudem die Anstrengungen der betroffenen Personen in Richtung Aufwärtsmobilität (zum Beispiel mit Blick auf Bildungsinvestitionen) bremsen. Eine Begrenzung oder Vermeidung von Altersarmut ist auch dadurch zu erreichen, dass möglichst viele künftige Rentenempfänger durch ihre Erwerbsbiografie eine Existenz sichernde Altersrente erzielen. Von entscheidender Bedeutung sind dabei möglichst wenige Erwerbsunterbrechungen (zum Beispiel aufgrund von Arbeitslosigkeit) und die Lohnhöhe je Beitragsjahr. Eine nachhaltig erfolgreiche Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik leistet daher einen sehr wichtigen Beitrag zur Alterssicherung. Ein moderater gesetzlicher Mindestlohn kann allenfalls mittelbare Wirkungen zur Bekämpfung von Altersarmut entfalten." (Autorenreferat)

"To prevent or confine old-age poverty, the Social Democrat (SPD) as well as the Left (Die Linke) and Green (Bündnis 90/Die Grünen) parliamentary parties propose changes in pension insurance legislation. Furthermore, potential old-age poverty can be confined in particular by improving labour market conditions and individual employment biographies. The Institute for Employment Research (IAB) comments on possible side effects of the Opposition’s proposals concerning the labour market,and identifies possibilities of preventing old-age poverty from the perspective of la-bour market policy. The IAB does not comment on pension-related legal issues in the narrow sense, as the institute does not conduct research in this field. The proposals in the various draft laws issued to the Bundestag (parliament) are understandable from a distribution-political perspective of those concerned. Their implementation, however, would induce at least two counterproductive effects on the labour market that must be taken into consideration. On the one hand, implementing the proposals would, other conditions being equal, cause additional fiscal burdens, the amount of which can not be specified by the IAB. The financial means required hereto would have to be levied either through taxes or social security contributions. On the other hand, concerning the incentives to the employed and the unemployed, non-intended effects in two directions can occur. Similar to the case of more "generous" transfers of unemployment benefit for the long term unemployed, their search-ing intensity and willingness to making (wage-related) concessions would be weakened, other things being equal. Improving the status of lower-compensated periods could furthermore inhibit concerned persons’ efforts directed towards upward mobility (e.g. regarding human capital investment). Another way of confining or preventing old-age poverty would be ensuring that as many future pension recipients as possible attain a pension level securing existential needs by means of their employment biography. Critical in this respect are interruptions of gainful employment (e.g. unemployment) and the income levels in years of social security contribution. A sustainably successful economic, employment and labour market policy therefore makes important contributions to old-age financial security. A moderate minimum wage, however, at best can contribute indirectly to the confinement of old-age poverty." (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter poverty; elderly; pension insurance; existential minimum; labor market policy; retirement planning; provision for old age
Klassifikation soziale Sicherung; Arbeitsmarktpolitik
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2010
Erscheinungsort Nürnberg
Seitenangabe 14 S.
Schriftenreihe IAB-Stellungnahme, 5/2010
Status Veröffentlichungsversion
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
Datenlieferant Dieser Metadatensatz wurde vom Sondersammelgebiet Sozialwissenschaften (USB Köln) erstellt.
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