Mehr von Liebel, Manfred

Export für Ihre Literaturverwaltung

Übernahme per Copy & Paste
Bibtex-Export
Endnote-Export

       

Weiterempfehlen

Bookmark and Share


Gewerkschaften anderer Art: organisierte Kinder in Lateinamerika

[Arbeitspapier]

Liebel, Manfred

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-403890

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber GIGA German Institute of Global and Area Studies - Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien, Institut für Lateinamerika-Studien
Abstract Am 3. Juli 2014 beschloss das bolivianische Parlament unter Mitwirkung arbeitender Kinder ein Gesetz zur "Kinderarbeit", das neue Wege bei der Umsetzung von Kinderrechten geht. Damit und durch die Verleihung des diesjährigen Friedensnobelpreises an zwei Kinderrechtsaktivisten wird eine notwendige internationale Debatte um die Rolle von Kindern in der Gesellschaft angestoßen. Organisationen arbeitender Kinder sind ein relativ neues Phänomen und werfen umfassende Fragen nach der Konstruktion von Kindheit, aber auch nach dem Umgang mit "Kinderarbeit" auf. Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen sind gefordert, ihre Position zur Kinderarbeit und zur Beteiligung von Kindern zu überdenken. Arbeitende Kinder sind in vielen Ländern Lateinamerikas gesellschaftliche Realität. Da ihre Interessen von den Gewerkschaften nicht vertreten werden, sind hier seit den 1970er Jahren eigenständige Organisationen arbeitender Kinder und Jugendlicher entstanden. Die Kinder treten für die soziale Anerkennung ihrer Arbeit und den Schutz vor Ausbeutung ein. Die Organisationen arbeitender Kinder kämpfen gegen eine doppelte Marginalisierung: Die von Kindern geleistete Arbeit wird vielfach nicht anerkannt; gesellschaftliche Mitbestimmung wird ihnen mit Verweis auf ihre Minderjährigkeit verweigert. Das Selbstverständnis der organisierten Kinder stellt westliche Konzepte von Kindheit infrage. Sie wenden sich gegen eine strikte Trennung von Kindheit und Arbeit und wollen nicht in Schutzräume abgeschoben werden, sondern sich an politischen Entscheidungen beteiligen. **Kinderorganisationen tragen zu gesellschaftlichen Veränderungen bei. Dies gelingt ihnen nicht nur durch die Veröffentlichung von Vorschlägen und Forderungen, sondern auch durch konkrete Initiativen und Projekte, mit denen die Lebensbedingungen arbeitender Kinder verbessert werden.
Thesaurusschlagwörter Latin America; child; child labor; children's rights; trade union; human rights; representation of interests; participation; equality of rights; developing country
Klassifikation politische Willensbildung, politische Soziologie, politische Kultur; Jugendsoziologie, Soziologie der Kindheit
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2014
Erscheinungsort Hamburg
Seitenangabe 8 S.
Schriftenreihe GIGA Focus Lateinamerika, 9
ISSN 1862-3573
Status Veröffentlichungsversion; nicht begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
top