Mehr von Rosiny, Stephan

Export für Ihre Literaturverwaltung

Übernahme per Copy & Paste
Bibtex-Export
Endnote-Export

       

Weiterempfehlen

Bookmark and Share


"Des Kalifen neue Kleider": der Islamische Staat in Irak und Syrien

The Caliph's new clothes: the Islamic State in Iraq and Syria
[Arbeitspapier]

Rosiny, Stephan

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-394927

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber GIGA German Institute of Global and Area Studies - Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien, Institut für Nahost-Studien
Abstract Am 9. Juni 2014 drangen Kämpfer des Islamischen Staates im Irak und in Großsyrien (ISIS) von Syrien kommend weit in den Irak ein. Innerhalb weniger Tage eroberten sie den gesamten Westen des Landes und stießen bis kurz vor Bagdad vor. Am 29. Juni 2014 riefen sie einen "Islamischen Staat" und ein Kalifat aus. Erstmals kontrollieren Dschihadisten ein zusammenhängendes, grenzüberschreitendes Territorium im Nahen Osten. Mit der Ernennung ihres Anführers, Abu Bakr al-Baghdadi, zum Kalifen, das heißt zum religiösen und politischen Oberhaupt aller Muslime, dürften sie sich allerdings ideologisch und politisch übernommen haben. Der schnelle Erfolg des ISIS im Irak hat mehrere Ursachen: Der Irak ist politisch und ethnisch fragmentiert und in Teilen ohne zentralstaatliche Macht. ISIS verfügte bereits über eine territoriale Basis in Syrien, enorme Ressourcen an Waffen, Geld und Kriegern sowie irakische Bündnispartner im Kampf gegen die unpopuläre Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki in Bagdad. Mit der Übernahme des frühislamischen Konzeptes vom Kalifat appelliert ISIS an die Sehnsucht vieler Muslime nach kultureller Authentizität, religiöser Reinheit und politischer Einheit. Diese Versprechen erfüllt er jedoch nicht, da sein brutales Vorgehen selbst viele sunnitische Muslime verschreckt, die zu verteidigen er vorgibt. Das Kalifat beinhaltet einen politischen und religiösen Alleinvertretungsanspruch, den weder die bestehenden muslimischen Staaten noch die meisten sunnitischen religiösen Autoritäten akzeptieren werden. Der ISIS-Vormarsch hat die Fragmentierung des Irak verschärft, und er könnte das Ende des Einheitsstaates beschleunigen. Eine Aufspaltung in ethnisch-konfessionelle Einzelstaaten wird die strukturellen Probleme des Landes jedoch nicht lösen, sondern sie nur multiplizieren.
Thesaurusschlagwörter Iraq; Syria; islamism; Islamization; violence; political conflict; military conflict; radicalization; Middle East
Klassifikation Staat, staatliche Organisationsformen; politische Willensbildung, politische Soziologie, politische Kultur
Freie Schlagwörter Dschihadismus; ISIS; Kalifat; Salafismus
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2014
Erscheinungsort Hamburg
Seitenangabe 8 S.
Schriftenreihe GIGA Focus Nahost, 6
ISSN 1862-3611
Status Veröffentlichungsversion; nicht begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
top