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Die Modifikation des 2-Grad-Ziels: klimapolitische Zielmarken im Spannungsfeld von wissenschaftlicher Beratung, politischen Präferenzen und ansteigenden Emissionen

Modifying the 2° C target: climate policy objectives in the contested terrain of scientific policy advice, political preferences, and rising emissions
[Arbeitspapier]

Geden, Oliver

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-367560

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Stiftung Wissenschaft und Politik -SWP- Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit
Abstract Zwanzig Jahre nachdem die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen verabschiedet wurde, fällt die Bilanz der internationalen Klimapolitik bescheiden aus. Die jährlichen Emissionen sind seit 1992 um gut ein Drittel gewachsen. Die Interessengegensätze zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern sind anhaltend groß. Einer der wenigen Aspekte, über die Konsens besteht, ist das übergeordnete Ziel, den Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius zu beschränken. Folgt man den Kernaussagen der Klimaforschung, müssten die Emissionen zwischen 2010 und 2020 bereits deutlich reduziert werden, um ein Scheitern des von der EU durchgesetzten 2-Grad-Ziels noch zu verhindern. Angesichts eines gegenläufigen globalen Emissionstrends ist dies völlig unrealistisch. Da ein als unerreichbar geltendes Ziel politisch aber weder eine positive Symbol- noch eine produktive Steuerungsfunktion erfüllen kann, wird das zentrale Ziel der internationalen Klimapolitik unweigerlich modifiziert werden müssen. Vor diesem Hintergrund reiht sich die vorliegende Studie nicht in die Vielzahl von Untersuchungen ein, in denen dargelegt wird, mit welchen Maßnahmen sich das Überschreiten der 2-Grad-Marke theoretisch noch vermeiden ließe. Vielmehr werden hier erstmals systematisch mögliche Varianten einer Veränderung des 2-Grad-Ziels analysiert. Eine politische Diskussion über die Zukunft des 2-Grad-Ziels ist bisher ausgeblieben. Da die Emissionen weltweit immer noch ansteigen, wird die EU dieser Frage aber nicht mehr lange ausweichen können. Die hierbei entscheidenden Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten werden sich darüber klarwerden müssen, wie eine Veränderung der Zielformel mit ihren jeweiligen klima-, außen- und wirtschaftspolitischen Interessen in Einklang gebracht werden kann. (Autorenreferat)

In the 20 years since the UN Framework Convention on Climate Change was adopted, progress in global climate policy has been modest. Annual greenhouse gas emissions have increased by over one-third since 1992. Acute conflicts of interest remain a persistent obstacle. One of the few points of general consensus in the international community is on the overarching objective of limiting the temperature increase to two degrees Celsius. If one is to accept key recommendations from scientific policy advisors, emissions will have to be reduced significantly between 2010 and 2020 to stay below the 2°C limit. Yet given that global emissions trends are moving in the opposite direction and will be impossible to reverse in a matter of a few years, this goal is patently unrealistic. And since a target that is obviously unattainable cannot fulfill either a positive symbolic function or a productive governance function, the primary target of international climate policy will have to be modified. The express aim of this paper is to stand apart from the innumerable studies detailing theoretically possible measures to avoid crossing the 2°C threshold. Instead, it provides the first systematic analysis of possible options for modifying the 2°C target. A particular focus is placed here on the relationship between climate science and climate policy. Since the EU brought the objective into the climate policy arena, the modification of the 2°C target carries the risk of damaging the EU's public image. Furthermore, it would lead to a debate over the easing of the EU's internal emissions reduction objectives which are directly derived from the 2°C target. This could become a highly controversial issue in the coming years, when the EU has to decide on its legally binding emissions target for 2030. (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter environmental policy; climate policy; climate protection; environmental protection; international agreement; purpose; EU policy; emission; international politics
Klassifikation spezielle Ressortpolitik
Freie Schlagwörter Zwei-Grad-Ziel; politische Beratung; Kohlenstoff; Schadstoffemission
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2012
Erscheinungsort Berlin
Seitenangabe 31 S.
Schriftenreihe SWP-Studie, 12/2012
ISSN 1611-6372
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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