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Soziale Sicherung und nationale Solidargemeinschaft? Die Entstehung einer staatlichen Sozialpolitik in Frankreich und in der Habsburgermonarchie

[Arbeitspapier]

Senghaas, Monika

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-366011

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Freie Universität Berlin, FB Politik- und Sozialwissenschaften, Institut für Soziologie, VW-Nachwuchsforschergruppe "Sozialraum Europa"
Abstract Die seit dem späten 19. Jahrhundert in Europa geschaffenen Sozialversicherungen knüpften die Risikogemeinschaft der Versicherung an die "imaginierte Gemeinschaft" der Nation. Dieser Prozess wird am Beispiel der Einführung der jeweils ersten gesamtstaatlichen Systeme der sozialen Sicherung in Frankreich und in der Habsburgermonarchie rekonstruiert. Anhand der Begründungs- und Argumentationsmuster politischer Akteure wird untersucht, ob und auf welche Weise im politischen Diskurs auf diese Bindung von Sozialversicherung und Solidargemeinschaft Bezug genommen wird. Im Ergebnis zeigt sich, dass politische Entscheidungsträger in Frankreich die Solidarität der Nation als Grundlage einer staatlichen Sozialpolitik darstellen, dabei jedoch gleichzeitig den sozialpolitischen Diskurs zur Stärkung der nationalen Identität nutzen. Im Vielvölkerstaat der Habsburgermonarchie hingegen verweisen politische Akteure explizit auf die identitäts- und solidaritätsstiftenden Wirkungen von Sozialpolitik. Die Studie verdeutlicht damit, dass der sozialpolitische Diskurs des späten 19. Jahrhunderts von der zunehmenden Relevanz des Nationalen geprägt wurde. Der Zusammenhang zwischen Sozialpolitik und Nationenbildung muss dabei jedoch als ein wechselseitiger gedacht werden, da die Sozialversicherungen selbst einen Beitrag zur Ausbildung und Bestärkung einer territorial definierten Solidargemeinschaft leisten sollten.

The social security systems that were built in Europe since the late 19th century established a link between the risk community of the assurance systems and the 'imagined community' of the nation. Using the example of the first systems of social security in France and in the Habsburg monarchy, this process is reconstructed. Focusing on patterns of argumentation and justification, the study examines if and in what way political actors refer to the link between social security systems and a solidarity community. The analysis shows that political decision makers in France based social policy on a national solidarity community, but at the same time made use of the social policy discourse to reinforce a national identity. In the multiethnic empire of the Habsburg monarchy, on the other side, political actors referred to the identity and solidarity shaping consequences of social policy. The results point to the fact that the social policy discourse of the late 19th century is framed by the growing influence of the 'national'. The link between social policy and nation building, however, is to be thought of as a reciprocal one, as the social security systems were meant to contribute to the shaping and reinforcing of a solidarity community defined in territorial terms.
Thesaurusschlagwörter social policy; social security; welfare state; social welfare state; historical development; social insurance; solidarity; national identity; national integration; France
Klassifikation Allgemeines, spezielle Theorien und Schulen, Methoden, Entwicklung und Geschichte der Sozialpolitik; allgemeine Geschichte
Freie Schlagwörter Habsburgermonarchie
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2011
Erscheinungsort Leipzig
Seitenangabe 13 S.
Schriftenreihe SEU Working Papers, 1
ISSN 2193-8717
Status Erstveröffentlichung; begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht-kommerz.
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