%T Drogenpolitik - industriegesellschaftlich modern
%A Luedtke, Jens
%J Sozialwissenschaften und Berufspraxis
%N 3
%P 206-222
%V 19
%D 1996
%= 2008-12-15T11:24:00Z
%~ GESIS
%> http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-36390
%X Der Beitrag versucht, die moderne prohibitive Drogenpolitik idealtypisch auf ihre immanenten Herrschafts- und Kontrollabsichten zurückzuführen, die auf den Grundvorstellungen einer industriegesellschaftlichen Moderne fußen. Idealtypisch steht die Rationalität des Drogenkonsums, die am genußorientierten Gemeinschaftserlebnis und an außeralltäglichen, ekstatischen Formen des Erfahrungsgewinns orientiert ist, der Zweck-Mittel-Rationalität einer von ökonomischer Logik und damit verbundener standardisierter 'Normal-Lebensweise' geprägten Kulturform gegenüber. Angesichts der makrostrukturellen Veränderungen und der Irreversibilität der Individualisierungsprozesse in unserer Gesellschaft ist es an der Zeit, eine pragmatische Drogenpolitik zu betreiben, die sowohl an der sozialen Integration der Konsumenten ansetzt wie auch von den realen Risiken des Drogenkonsums ausgeht. Dazu ist es notwendig, die Standards für das Menschenbild bzw. die Annahmen über die mögliche soziale Persönlichkeit derart zu erweitern, daß auch ein Konsum bisher illegaler Substanzen als prinzipiell vereinbar gesehen wird mit einer sozial integrierten Lebensführung. (ICH)
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